

| Thema: Politik und Recht |
<< blättern >> |
| 25.04.2006 |
Gewerbeverein wünscht eine starke KIAB für faire Wettbewerbsbedingungen! |
Gewerbeverein wünscht eine starke KIAB für faire Wettbewerbsbedingungen!
Die Rahmenbedingungen waren für die Pfuschbekämpfer noch nie so gut!
KIAB steht für "Kontrolle illegaler Ausländerbeschäftigung" und
ist seit 2002 eine dem Finanzministerium zugeordnete Dienststelle. Nun hat sich der
Rechnungshof mit dieser Institution beschäftigt. Ernst scheint es dort nicht zuzugehen.
Hauptkritik des Rechnungshofs: Die Kontrollen je Bedienstetem gingen binnen eines Jahres
(von 2003 auf 2004) um satte 41 Prozent zurück. Offenbar erstickt diese
Verwaltungseinheit noch rascher im Papierdschungel, als es sonst in der heimischen
Staatsbürokratie üblich ist - fürchtet man im Österreichischen Gewerbeverein (ÖGV).
Was der Rechnungshof weiters an der KIAB als wesentlich kritisiert:
+ Die Strafanträge waren binnen Jahresfrist um sechs Prozent rückläufig, in der
Steiermark und in Wien sogar um 46 bzw. 23 Prozent.
+ Die Zusammenarbeit mit anderen Behörden lässt zu wünschen übrig, sogar jene
mit der Finanz selbst.
Dabei sind die Rahmenbedingungen für die KIAB stark verbessert worden. So wurde das
Ausländerbeschäftigungsgesetz mit Jahresanfang verschärft und auch die Rechtsprechung
gibt mit diversen neuen Verwaltungsgerichtshofsurteilen (nachzulesen im hervorragenden
Kommentar von Bichtl/Schmid/Szymanski "Das neue Recht der Arbeitsmigration",
erschienen im Neuen Wirtschaftlichen Verlag, Wien - Graz 2006) der KIAB genügend Handhabe
zum effektiven und effizienten Einschreiten.
So ist gerade zu den berühmten Spachtlern einiges Bemerkenswertes durch den
Verwaltungsgerichthof entschieden worden:
+ Wenn jemand "arbeitend unter solchen Umständen angetroffen wird, die nach der
Lebenserfahrung üblicherweise auf ein Dienstverhältnis hindeuten, dann die Behörde
berechtigt ist, von einem Dienstverhältnis im üblichen Sinn auszugehen" .
+ "Die Behörde ist in einem solchen Fall nicht gehalten, weitwendige
Überlegungen zu der Frage anzustellen, da dies ...unter den gegebenen Umständen ohne
weiteres vorausgesetzt werden" kann.
+ Der Umstand, dass der Beschwerdeführer beim Magistratischen Bezirksamt gemäß
Gewerbeordnung 1994 ein freies Gewerbe angemeldet hat, ist für die Beurteilung des
vorliegenden Beschäftigungsverhältnisses nach seinem wahren wirtschaftlichen Gehalt
ebenfalls nicht maßgeblich.
+ "Ein Werkvertrag kommt für einfache manipulative Tätigkeiten nicht in Frage"
. Es erübrigt sich daher auch die Auseinandersetzung mit der Frage, ob der
Beschwerdeführer - sollte er in einem arbeitnehmerähnlichen Verhältnis gestanden sein -
seine Tätigkeit bloß wegen einer (formalen) Anmeldung eines freien Gewerbes "auf
Grund gewerberechtlicher Vorschriften" verrichtet hat. (VwGH vom 3.11.2004,
2001/18/0129)
All dies wäre doch eher dazu geeignet, dass die KIAB-Herrschaften nun endlich handeln
und nicht den Output rasant reduzieren, wie der Rechnungshof feststellte. Weitere Beiträge zum Thema: Politik und Recht  |
 |
| 24.04.2006 |
Besserverdiener berappen einen Kleinwagen an die Arbeiterkammer! |
Besserverdiener berappen einen Kleinwagen an die Arbeiterkammer!
Um dann im Berufsleben von ihr Prügeln zwischen die Beine zu kriegen!
Einen komfortablen Kleinwagen übergibt ein Angestellter an "seine"
Arbeitkammer (AK), wenn er 45 Jahre lang die Höchstbeitragsgrundlage zahlt und sich in
den wohlverdienten Ruhestand begibt. (3.750 EUR mal 12 Monate mal 45 Jahre mal 0,5 Prozent
Beitragssatz gibt 10.125 EUR). Dafür bekommt gerade ein Besserverdiener von der AK außer
der fulminanten Zeitschrift "Für Sie" (nein, nicht die renommierte
Modezeitschrift) nichts - aber schon gar nichts. Besserverdiener werden somit von der AK
geschröpft, denn in den seltenen Fällen, wo sie sich mit dem Arbeitgeber nicht einigen,
nehmen sie sich einen Anwalt - findet der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV), der viele
Manager vertritt.
Was wir allerdings verschwiegen haben. Unser gutes Arbeitnehmergeld an die AK fließt
auch in die Hochkultur. Da wird ein eigenes Theater - Akzente - in Wien betrieben, was den
Arbeitnehmer in Reutte sehr erfreut. 363.000 EUR erhielt das Theater Akzent zuletzt aus
den Zwangsmitgliedsbeiträgen der AK-Zwangsmitglieder. Die Jahre zuvor wurde das
AK-Füllhorn über die "Stätte der Hochkultur" um ein Vielfaches deutlicher
entleert!
Das Geld kann ja von der AK ja auch locker hinaus geschmissen werden. Der AK-Beitrag
stieg Dank explosionsartiger Steigerung der Höchstbeitragsgrundlage für
Besserverdienende in den Jahren 2003 bis 2006 um satte 11,6 Prozent. Knapp vier Prozent
pro Jahr somit. Und das für Null Leistung. Das soll einmal Jemandem anderen - außer
einem Ölscheich oder der ÖMV - gelingen.
Die Arbeiterkammer vertritt im Segment der Besserverdiener so gut wie niemanden. Ganz
im Gegenteil: Nehmen diese Managerpositionen ein, dann arbeitet die AK zu Gunsten der
Mitarbeiter den Interessen der Arbeitgebervertreter so penetrant entgegen, dass diese jede
Menge Schwierigkeiten haben.
Das alleine sollte ein Grund sein, dass Mitarbeiter mit Vorgesetztenfunktion
grundsätzlich aus der Arbeiterkammerzwangsmitgliedschaft auszunehmen sind - es sei denn,
sie optieren ausschließlich für eine Mitgliedschaft.
Es geht ja nicht an, den Arbeiterkämmerern in einem Berufsleben einen komfortablen
Kleinwagen zu schenken, auf dass diese dann gegen einen vorgehen, dass einem Hören und
Sehen vergeht! Oder brauchen sie den Kleinwagen um Vorgesetzte an die Wand zu fahren? Weitere Beiträge zum Thema: Politik und Recht  |
 |
| 20.04.2006 |
Bei der Bawag neu geht’s nur um Mitarbeiter - nicht um Kunden! |
Bei der Bawag neu geht's nur um Mitarbeiter - nicht um Kunden!
Steht eine Namensänderung in "Bank für MitarbeiterInnen" bevor?
Sehr aufschlussreich sind die Ausführungen von ÖGB-Präsident Hundstorfer in
der aktuellen Ausgabe der von Arbeiterkammerzwangsmitgliedern mitfinanzierten Zeitschrift
Arbeit & Wirtschaft. Ein paar Wortspenden des Gewerkschafts-Bosses wollen wir Ihnen
nicht vorenthalten, insbesondere wenn Sie Bawag-Kunde sein sollten. Dann sind Sie nämlich
zweitklassig. Erstklassig ist nur das Wohl der Bawag-Mitarbeiter, empfindet der
Österreichische Gewerbeverein (ÖGV).
Hier ein Auszug aus den Wortspenden Hundstorfers:
+ "Wir haben auch und vor allem Verantwortung für die Arbeitsplätze und die Zukunft
der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Bawag P.S.K."
+ "Ich gebe Ihnen hier und heute mein Wort, dass wir bei den kommenden
Verkaufsverhandlungen:
+ einer österreichischen Lösung den Vorzug geben. (Anmerkung ÖGV: hilft das dem
Kunden?)
+ einen Käufer wählen, der den erfolgreichen Weg der Bawag P.S.K. fortsetzt und
expandiert. (Anmerkung ÖGV: Ist das eine gefährliche Drohung?)
+ über eine MitarbeiterInnen-Beteiligung aktiv nachdenken. (Anmerkung ÖGV: denkt man im
ÖGB fallweise auch passiv - etwa träumend - nach?)
+ sehr genau darauf achten, dass der künftige Eigentümer der Bawag P.S.K. seinen
tausenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sichere und qualitätsvolle Arbeitsplätze
bietet."
Der Bankkunde wird gerade zweimal erwähnt:
+ "Es ist unsere Eigentümerverantwortung, den 6000 MitarbeiterInnen der Bank
(Anmerkung ÖGV: denen zuerst) und ihren 1,3 Millionen Kunden und Kundinnen die
Erfolgsperspektive zu sichern" (Anmerkung ÖGV: Letzteren auch)
+ "Und fest steht auch: Der ÖGB wird auch nach dem Umbau der
Eigentümerstruktur treuer Kunde der Bawag P.S.K. bleiben." (Anmerkung ÖGV: Auch
hier ist der drohende Unterton unüberhörbar!)
Wir gehen davon aus, dass Hundstorfer-Mitarbeiter und ÖGB-Agenturen tagelang an diesem
aufschlussreichen Text gebastelt haben und er nicht nur aus dem hohlen Bauch kommt.
Wenn es dem ÖGB bei der Bawag überwiegend um Mitarbeiterinteressen geht, ist das
nett. Aber das kennen wir ja schon von den nahe stehenden Institutionen Konsum bis ARBÖ
mit den Zwischenstationen Bank Burgenland und ÖGB-Finanzen selbst. Gut geht das nie!
Und der Bawag-Kunde sollte sich insbesondere seinen Teil denken. Im Gegensatz zu
anderen Unternehmen steht nicht er im Mittelpunkt der Geschäftstätigkeit sondern die
Bank-Mitarbeiter. So wurde aus einer Bank für Arbeit und Wirtschaft eine Bank für
Mitarbeiter. Hoffentlich schrumpft da nicht die Kontenanzahl von 1,3 Millionen auf 6000!
Besonders aufschlussreich aber zum Schluss jener Hundstorfer-Passus: "Wenn Sie
spekulative Geldvernichtung abstoßend, Kontrollversagen empörend und diskrete
Vertuschungsversuche widerwärtig finden - wir stehen auf Ihrer Seite." Weitere Beiträge zum Thema: Politik und Recht  |
 |
| 19.04.2006 |
Lehrstellenproblem - und wo ist das Problem? |
Lehrstellenproblem - und wo ist das Problem?
5.215 Lehrstellen Suchenden stehen 3.378 offene Lehrstellen gegenüber!
Offenbar wird die Lehrstellenproblematik wie eine tibetanische Gebetsmühle
weiter gebetet, auch wenn sie bereits nicht mehr existent ist. Im Februar 2006 (neuere
Daten liegen nicht vor) suchten in ganz Österreich 5.215 Aspiranten eine Lehrstelle.
Denen standen 3.378 offene Lehrstellen gegenüber. Für die 311.694 allgemein Arbeitslosen
gibt es gerade einmal acht Prozent offene Stellen. Existiert wirklich ein
Lehrlingsproblem, das in Österreich so oft herbeigeredet wird, fragt der Österreichische
Gewerbeverein (ÖGV)?
Natürlich gibt es das. Aber für die Arbeitgeber. So sucht etwa der
Lebensmittelkonzern Rewe österreichweit 250 Lehrlinge. Allerdings: Im Osten Österreichs
fehlen vor allem qualifizierte Lehrlinge. In Wien alleine gibt es 100 freie
Rewe-Lehrstellen. Wenn Rewe charmant meint, es fehlen qualifizierte Lehrlinge, dann
erklärt das wohl auch die oben gezeigte Lücke zwischen 5.215 Lehrstellen Suchenden und
3.378 offenen Lehrstellen. Könnte es sein, dass möglicher Weise einige
Lehrlingsanwärter schlicht zu dumm sind? Oder dass andere partout darauf bestehen, ihr
Gesichtspiercing stolz weiter einher zu tragen? Dann gibt es ja noch die
Ausweichmöglichkeit, Hilfsarbeiter zu werden. Ist das denn so unschicklich?
Wir sind schon gespannt, ob auch heuer im Fremdenverkehr wieder das Tiroler
Lehrlingsmysterienspiel aufgeführt wird. So gab es etwa im vergangenen Hochsommer - nur
in Tirol - 147 offene Lehrplätze im Tourismus, denen lediglich 27 Suchende gegenüber
standen.
Was haben denn die Lehrlingsstellen bei Rewe und im Fremdenverkehr gemeinsam? Man muss
gleichermaßen freundlich zu Kunden sein und Service anbieten - grauslich.
Es kann nicht sein, dass in diesem Land immer wieder das Lehrlingsproblem hoch geredet
wird und gar nicht existiert. Wenn sich unsere Jugend zu fein ist, Lehrstellen anzunehmen,
die nicht mit dem Funfaktor 20 ausgestattet sind, dann mögen sie Hilfsarbeiter bleiben.
Aber auch das immer wieder zitierte Problem der lokalen Verfügbarkeit von Lehrstellen
ist doch lediglich ein herbei geredetes. Man wird doch 15jährigen zumuten können, in
diesem kleinen Land Österreich einmal ferne vom Hotel Mama zu leben. Der
Persönlichkeitsbildung wird es jedenfalls nicht schaden. Die Lehrstelle vor der Haustüre
kann flächendeckend in ganz Österreich noch nicht geboten werden und das wird künftig
so bleiben.
All jene, die bahnhofsmissionarisch die Jugend von der Straße - dort will sie der ÖGV
auch nicht haben - in Lehrstellen bewegen wollen, sei gesagt: Holt sie lieber mit dem Taxi
von zu Hause ab, wo sie sich genüsslich hinter dem elterlichen Kamin räkeln! Weitere Beiträge zum Thema: Politik und Recht  |
 |
| 12.04.2006 |
Ohne die Partei sind wir nichts, nicht einmal Radlfahrer! |
Ohne die Partei sind wir nichts, nicht einmal Radlfahrer!
Politik geht in die Wirtschaft, nicht nur bei der Bawag, auch bei den Grünen!
Jeder der sich der Sicherheit im Straßenverkehr annimmt, ist herzlich
willkommen. Dass allerdings nun sogar Wiens Grüne Fahrradeinstellungen vornehmen,
erinnert frappant an die allumsorgenden Parteien der Sowjetunion, die den Bürger rundum
hegten und pflegten. Natürlich geht es den Grünen um Sicherheit im Straßenverkehr,
allerdings schon mit einem leichten Schielen in Richtung der kommenden Nationalratswahlen.
Da ist es dann auch vollkommen egal, wenn man der einschlägigen Wirtschaft förmlich ins
Handwerk pfuscht. Bezahlt wird das Ganze ja über die Parteienfinanzierung vom
Staatsbürger. Ja, wie sagte schon der seinerzeitige SPÖ-Bundeskanzler Sinowatz:
"Ohne die Partei sind wir nichts". Die Grünen setzen dem eines drauf: Nicht
einmal sichere Radlfahrer sind wir ohne unser segensreiches Wirken.
Nun gehen wir grundsätzlich davon aus, dass gewerberechtlich bei der derzeit in Wien
laufenden Fahrradaktion der Grünen alles in Ordnung ist. Aber muss wirklich eine
überwiegend Steuer finanzierte politische Partei in Konkurrenz zur Wirtschaft treten? Das
sollte man auch einmal innerhalb der Grün-Partei diskutieren.
Nun gibt es ja seitens des Verbands der Sportartikelerzeuger und Sportausrüster
Österreichs (VSSÖ; www.vsso.at) bereits seit urdenklichen Zeiten ein
Fahrrad-Prüfsiegel, das gemäß den Kriterien des Kuratoriums für Verkehrssicherheit
nach erfolgtem Fahrradcheck ausgestellt wird. Die Sache hat sich mehr als bewährt und
wird von den Kunden gerne angenommen. Warum nun die Wiener Grünen unbedingt dabei sein
wollen? Na ja die Wahlen stehen vor der Tür - da ist jedes Mittel recht.
Aber da sollten sich die Grünen doch gleich als Radfahrerpartei deklarieren.
Interessant ist auch, wie die Grüne Wirtschaft zu den Fahrradausflügen ihrer Wiener
Mutterpartei ins Reich der Ökonomie steht. Vielleicht kommt letztere einmal auf die Idee,
Unternehmensberatungen anzubieten. Denn immerhin finden viele Betriebsberater ihre
politische Heimat bei den Grünen.
Spätestens seit dem Bawag-Debakel wissen wir, dass Politiker in der Wirtschaft
verzichtbar sind. Und gerade jetzt fangen die Grünen an, Wirtschaft und Politik zu
vermengen. Das hat uns noch gefehlt! Weitere Beiträge zum Thema: Politik und Recht  |
 |
| 10.04.2006 |
OECD bestätigt Korrelation Kündigungsschutz/Arbeitslosenrate! |
OECD bestätigt Korrelation Kündigungsschutz/Arbeitslosenrate!
Österreich liegt bei beiden im Mittelfeld - insbesondere Dank der Malusregelung!
Was ja allgemein angenommen wurde, hat nun die OECD amtlich bestätigt.
Extremer Kündigungsschutz treibt die Arbeitslosenrate in die Höhe. Österreich liegt bei
dem von der OECD entwickelten Kündigungsschutz-Index im Mittelfeld. Entsprechend befindet
sich dort auch unsere Arbeitslosenrate. Der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV) fordert
daher, endlich auch in Österreich überzogene Kündigungsschutzklauseln zu eliminieren.
Wenn man den geschützten Bereich der öffentlich-rechtlich Beschäftigten außer Acht
lässt, dann ist insbesondere die Malusregelung bei der Kündigung Über-50jähriger ein
Österreichspezifikum, das raschest abgeschafft gehört. Wenngleich die Arbeitslosenrate
bei den Oldies auf hohem Niveau stagniert, ist es doch oftmals für mittelständische
Unternehmen Existenz gefährdend, wie die Malusregelung wirkt.
Zur Abfertigung alt kommen bei einer Kündigung von über 50jährigen mit Malus locker
weit in den sechsstelligen EUR-Bereich hinein ragende Abschiedsgeschenke zusammen. Das
verkraftet ein Kleinbetrieb oftmals nicht, die Folge kann nur Insolvenz sein.
Man muss sich ja nicht gerade Frankreich zum Vorbild nehmen, wo die ganze
überängstigte Grande Nation mitjohlt und mitmaschiert, wenn Jugendliche ihre faktische
Pragmatisierung einfordern. Dementsprechend bewertet die OECD auch den
Kündigungsschutz-Index für Frankreich als zweithöchsten in der OECD - lediglich von
Spanien noch übertroffen. Frankreich punktet daher auch 2005 mit einer Arbeitslosenrate
von 9,5 Prozent einen Spitzenwert. Spanien steht mit 0,3 Prozentpunkten weniger nicht
gerade ruhmreich da.
Andrerseits liegen Länder wie Großbritannien, Irland, die Schweiz und Japan mit
Kündigungsschutz-Indizes von der Hälfte bis zu zwei Drittel des österreichischen bei
der Arbeitslosenrate erfreulich gut.
Der Arbeitsmarkt wird sich mangels starkem künftigem Wirtschaftswachstums in unseren
Breiten mittelfristig nicht verbessern. Eine Belebung kann daher nur erreicht werden, wenn
die Mitarbeitermobilität für den Arbeitgeber erleichtert wird.
Der ÖGV fordert jede künftige Regierung auf, in ihr Regierungsprogramm eine rasche
Flexibilisierung des Arbeitsmarktes über die Lockerung des Kündigungsschutzes
aufzunehmen. Damit wird nicht nur die Arbeitslosenrate gesenkt, es kommen auch die Besten
auf die freien Arbeitsplätze. Und nur so kann der Wirtschaftsstandort punkten! Weitere Beiträge zum Thema: Politik und Recht  |
 |
| 09.04.2006 |
Jedem 10. wird Arbeitslosengeld gestrichen, jeder 3. müsste es sein! |
Jedem 10. wird Arbeitslosengeld gestrichen, jeder 3. müsste es
sein!
Klarer Menschenverstand bei einschlägigen VwGH-Erkenntnissen wird vermisst!
Arbeitslosenentgelt wird in Österreich etwa jedem Zehnten vorübergehend
gestrichen. Weil die p.t. Damen und Herren Betroffenen sich schlicht und einfach nicht zum
vereinbarten AMS-Kontrolltermin einfinden. Vielleicht gerade in USA unterwegs, wie weiland
der berühmte deutsche Florida-Rolf, der heimische Sozialgelder bezog, da er es in good
old Germany einfach nicht ertrug?
Die wahren Helferlein der glücklichen Arbeitslosen sind in Österreich aber die
Gerichte - und zwar speziell der Verwaltungsgerichtshof (VwGH). Der bedient sich einer
Spruchpraxis, die das Blaumachen erleichtert:
+ Etwa das Urteil VwGH 2003/08/0116: Sir Arbeitsloser war zu nobel, um zum
Vorstellungsgespräch seinen Lebenslauf mitzubringen, weshalb kein
Beschäftigungsverhältnis zustande kam. Allerdings bequemte er sich, ihn noch am selben
Tag via E-Mail nachzusenden. Der VwGH verneinte die Kausalität des Nichtzustandekommens
des Beschäftigungsverhältnisses, da sich die Behörde - das AMS - nur mit der
Darstellung des potenziellen Arbeitgebers auseinander setzte. Sie hätte den
durchlauchtigsten Arbeitslosen ebenfalls über den Verlauf des Vorstellungsgesprächs
befragen müssen. Offenbar nach dem Grundsatz: Traue nie einem Arbeitgeber. Dem AMS wurde
aufgetragen, das gestrichene Arbeitslosenentgelt nachzuzahlen.
+ Oder das Urteil VwGH 2002/08/0199: Ein anderer geadelter glücklicher Arbeitsloser
wollte sein "Jobless high" ebenfalls fortsetzen. Er war schon gegenüber dem
potenziellen Arbeitgeber am Telefon "beleidigend". Beim Gesprächstermin selbst
benahm er sich "im Auftreten äußerst unverschämt". Etwa unterstellte er dem
Interviewer "nicht Englisch zu können". Bemerkenswert, dass ein Arbeitgeber
überhaupt jemanden zum persönlichen Gespräch einlädt, wenn der schon am Telefon
dermaßen keck ist! Sind doch mitleidiger die Arbeitgeber, als immer wieder behauptet
wird! Dem VwGH war aber auch dies zu wenig: Traue schon gar nicht einem mitleidigem
Arbeitgeber: Das AMS musste das gestrichene Entgelt ebenfalls nachzahlen. Begründung:
"Da Feststellungen über den konkreten Ablauf der Gespräche zwischen dem
Arbeitslosen und dem potenziellen Arbeitgeber erforderlich sind, um beurteilen zu können,
ob das Verhalten des Arbeitslosen für das Nichtzustandekommen der angebotenen
Beschäftigung kausal war und ob dem Arbeitslosen vorsätzliches Handeln vorgeworfen
werden kann, erweist sich der Sachverhalt in einem wesentlichen Punkt (eben der
Darstellung des Arbeitslosen) als ergänzungsbedürftig".
Wie wollen Sie es denn, hochlöbliche Richterschaft?: Soll eine Videokamera beim
Bewerbungsgespräch mitlaufen? Das scheint ja verboten zu sein.
Beim VwGH dürfte stets der Arbeitslose im Recht zu sein. Klar. Richter zahlen kein
Arbeitslosenentgelt und scheinen ein großes Herz für kecke Arbeitslose zu haben.
Kein Wunder, dass in Österreich die Arbeitslosigkeit am rasantesten ansteigt!
Österreich braucht offenbar mehr arbeitslose Oberstrichter - aber die sind ja auf
Friedhofsdauer unkündbar! Weitere Beiträge zum Thema: Politik und Recht  |
 |
| 06.04.2006 |
Wenn ein bedrängter Gusenbauer zum Rundumschlag ausholt! |
Wenn ein bedrängter Gusenbauer zum Rundumschlag ausholt!
Ökonomische Realität bitte auch bei Interviews mit internationalen Zeitungen!
Nach den Konflikten um die Pleite der Gewerkschaftsbank Bawag und den
Vorwürfen mangelnder wirtschaftlicher Kompetenz geht SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer in der
aktuellen Ausgabe der ZEIT in die Offensive. In Wahrheit sei das Wirtschaftskonzept der
ÖVP - so Gusenbauer - katastrophal: "Arbeitslosigkeit ist den Konservativen doch
kein Anliegen. Der permanente Druck, der durch die Arbeitslosigkeit auf der
Arbeitnehmerschaft lastet, soll zu niedrigeren Löhnen und zu größerer Opferbereitschaft
beitragen. Das ist so. Das allerschlimmste für die Konservativen wäre
Vollbeschäftigung. Da könnten die Arbeitnehmer maßlos werden in ihren
Gehaltsforderungen."
Gusenbauer spielt hier auf perfide Weise Arbeitgeber gegen Arbeitnehmer aus, um von
seinen eigenen Problemen abzulenken. Der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV) hat schon
genug Breitseiten gegen die Wirtschaftspolitik dieser Regierung geschossen. Wenn es
allerdings um ungerechtfertigte Verdächtigungen - hier - der Wirtschaft seitens Alfred
Gusenbauers geht, müssen wir diesen zur Ordnung rufen.
Bekannter Weise waren gerade bei der letzten Kollektivvertragsrunde die
Arbeitnehmervertreter maßlos bei ihren Gehaltsforderungen. Statt der Haus gemachten
Inflation wurde auch noch der Anteil der OPEC-gemachten Preiserhöhungen in die
Lohnanpassungen hinein gerechnet. Warum dem die Arbeitgebervertreter mit
Verhandlungsmandat zugestimmt haben, ist nicht nachvollziehbar.
Erst vor Kurzem wies der ÖGV schlüssig nach, dass die Lohnerhöhungen in Österreich
im Bereich jener der EU-Nachzüglerländer liegen. Österreich nimmt bei der Erhöhung der
Bruttoarbeitskosten pro Stunde immerhin den zehntstärksten Rang ein. Vor uns liegen die
Nachholbedürftigen Lettland, Estland, Litauen, die Slowakei, Ungarn, Slowenien, die
Tschechische Republik und Polen. Um 3,8 Prozent stiegen im vierten Quartal unsere
Bruttoarbeitskosten - schon vom Absolutbetrag her Spitzenwerte.
Deutschland tümpelt vergleichsweise bei 0,4 Prozent dahin und Euroland kommt gerade
auf 2,4 Prozent. Selbst die EU25 - also inklusive der Nachzüglerländer - bringen es auf
einen niedrigeren Durchschnittssatz als Österreich: 2,9% (Da befinden sich aber auch die
Balten mit drinnen, die auf 14 bis 17 Prozent kommen).
Gusenbauer soll sich gefälligst ein Minimum an Sachwissen aneignen. Mit Klassenkampf
gegen Unternehmer alleine geht es wohl nicht - auch wenn man in der Klemme ist. Gusenbauer
glaubt zwar nicht, "dass die Konservativen eine soziale Explosion anstreben",
aber "sie halten es sehr wohl für erstrebenswert, wenn die Arbeitnehmerschaft
gefügig ist". Nachgewiesener Maßen wurden zum Jahreswechsel eher die Arbeitgeber
eher wie die russischen Tanzbären am Nasenring der Gewerkschaften gefügig gemacht.
Mein Gott, Herr Gusenbauer! Wenn's knapp wird, dann kommt man ohne mediale
Rundumschläge wohl nicht aus. Fakten zählen da überhaupt nicht! Weitere Beiträge zum Thema: Politik und Recht  |
 |
| 05.04.2006 |
Kommt jetzt die Prügelstrafe für ungezogene Mitarbeiter? |
Kommt jetzt die Prügelstrafe für ungezogene Mitarbeiter?
Wie mündig ist ein Mitarbeiter, der bewusst keine Schutzbrille aufsetzt?
165 EUR zahlen und ein langwieriges Verfahren über sich ergehen lassen, musste
ein Unternehmer, dessen Mitarbeiter sich achtlos über die Vorschrift eine Schutzbrille
bei der Arbeit mit einem Winkelschleifer zu tragen, hinweg setzte. Der Fall mag zwar
rechtlich gedeckt sein. Dem rechtstaatlichen Prinzip folgt er nicht, meint man im
Österreichischen Gewerbeverein (ÖGV).
Wohl sagt §69 Abs. 3 des ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG), dass Arbeitnehmer
verpflichtet sind, persönliche Schutzausrüstungen zu benutzen. Arbeitgeber - so der
Gesetzestext weiter - dürfen ein dem widersprechendes Verhalten der Arbeitnehmer nicht
dulden.
Im zitierten Fall trug der Arbeitnehmer seine optische Brille - obwohl eine
Schutzbrille bereit lag. Ein Schleifstaubkorn geriet ins Auge und musste entfernt werden.
Die Angelegenheit verlief glücklicher Weise glimpflich.
Der Fall wirft doch einige Fragen auf:
+ Warum wird ein Beifahrer direkt bestraft, wenn er keinen Sicherheitsgurt anlegt,
der Fahrer aber nicht. Wahrscheinlich geht man in der Straßenverkehrsordnung vom
mündigen Beifahrer, im ASchG aber nicht vom mündigen Mitarbeiter aus. Schon
bemerkenswert, welche Meinung der Gesetzgeber - der Nationalrat besteht zu über 70
Prozent aus Hauptberufs-Arbeitnehmern - von seinesgleichen hat!
+ Warum sieht das ASchG immerhin 31 Bestrafungsvarianten von Arbeitgebern vor,
sollte es nicht eingehalten werden, aber keine einzige für Arbeitnehmer!
+ Wenn somit jedem Unternehmer die Sanktionsgewalt für gesetzeswidriges Verhalten
von Arbeitnehmern entzogen ist, was darf der Arbeitgeber dann tun, wenn der Mitarbeiter
sein Verhalten fortsetzt? Muss er ihn prügeln?
Arbeitnehmerschutz ist wichtig und dass er von Arbeitgebern ernst genommen wird, steht
außer Zweifel. Immerhin haben deren Bemühungen gemeinsam mit den vorbeugenden
Aufklärungen der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) die Unfallrate so
beträchtlich gesenkt, dass es schon fast mehr Schüler- und Studentenunfälle nach
Raufereien gibt, als Betriebsunfälle. Übrigens für jede Sorte der daraus entstehenden
Schäden - ob raufender Schüler oder Verkehrsunfall am Weg ins Büro - kommt
ausschließlich der Arbeitgeber finanziell auf.
Wieweit geht Arbeitnehmerschutz beim mündigen Mitarbeiter wirklich? Darf ihm der
Arbeitgeber das Schuhbandel binden, wenn es aufgegangen ist?
Der Gesetzgeber möge sich nicht lächerlich machen. Mündige, aufgeklärte Mitarbeiter
brauchen Schutzkleidung vom Arbeitgeber. Die Gefahren können sie selbst einschätzen! Weitere Beiträge zum Thema: Politik und Recht  |
 |
| 03.04.2006 |
ÖGV: Wie bringt Vollkofferexperte Häupl sein Behältnis durchs verkotete Wien? |
ÖGV: Wie bringt Vollkofferexperte Häupl sein Behältnis durchs verkotete
Wien?
Oder wo das Wort Vollkoffer wirklich herkommt!
Vom Wiener Bürgermeister Michael Häupl wissen wir ja aus seinen Wortspenden,
dass er nicht nur ausgewiesener Biologe sondern auch Vollkofferexperte ist. Da wir ihn
nicht der privilegierten Gruppe zurechnen, wollen wir ihm gerne die wichtige Frage
stellen, wie er, wenn er auf Reisen geht, seinen Rollenkoffer an den Hundeexkrementen auf
Wiens Gehsteigen vorbei kutschiert, bevor er das nächste Öffi erreicht?
Wahrscheinlich weiß Vollkofferexperte Michael Häupl die Antwort aber nicht, da er -
doch abgehoben - seine Entourage sein Zeugs mit weißen Handschuhen tragen lässt.
Dem Österreichischen Gewerbeverein (ÖGV) geht es bei der aktuellen
Hundstrümmerl-Diskussion auch um die Probleme, die Private (Eltern, Behinderte und
lediglich Menschen) mit der Verkotung von Wiens Gehsteigen haben. Es geht aber
insbesondere um den Wirtschaftsfaktor Tourismus in dieser Stadt.
Auf den Ekel erregenden Aspekt muss man nicht besonders hinweisen. Touristen werden
sich ihren Teil dazu denken und möglicher Weise nicht wieder kommen. Auch der Faktor, in
wie weit sich ein Bürgermeister lächerlich macht, der ein derart einfaches Problem nicht
zu lösen im Stande ist, das jede größere Stadt im Griff hat, ist lediglich Häupl's
Problem.
Aber wie man einen Rollenkoffer - auch Trolley genannt - über die verkoteten Gehsteige
jongliert, das sollte der Bürgermeister und Vollkofferexperte doch darlegen. Offenbar
legt es Wien darauf hin an, nur noch Rucksacktouristen anzulocken oder solche, die mit der
Stretch-Limousine durch Wien kutschieren. Das dazwischen liegende Segment ist dem
Bürgermeister scheint es wurscht - im Wortsinn!
Es ist einfach eine Schande, Touristen verkotete Gehsteige zuzumuten, die
wahrscheinlich keine andere Stadt der Welt in dieser Dichte aufweist. Dass Wien trotzdem
bei Reisenden so beliebt ist, kann man ja wohl nur der exzellenten Tourismuswirtschaft und
einigen hundert Jahren Habsburgerherrschaft zuschreiben.
Nun wissen wir aber auch, warum der Bürgermeister das Wort Vollkoffer gerne verwendet.
Wer durch Wien mit seinem Rollenkoffer fährt, der kann sicher sein, dass danach zumindest
die Rollen, wenn nicht gleich der ganze Koffer voll sind - mit delikaten Hundeexkrementen.
Daher stammt also das Wort Vollkoffer! Weitere Beiträge zum Thema: Politik und Recht  |
 |
| 21.10.2003 |
Ist das falsche Signal ’’Pensionsanpassung 2004’’ wirklich notwendig? |
Ist das falsche Signal "Pensionsanpassung 2004"
wirklich notwendig?
Muss man bei schwelendem Generationenkonflikt noch ein Schäuferl nachlegen?
Es wird zwar eine Minipensionserhöhung zum 1.1.2004 werden - deswegen ist
die Frage wohl noch drängender, ob sie notwendig ist - so der Österreichische
Gewerbeverein (ÖGV).
- Zweifelsfrei steht fest, dass die derzeit ausgezahlten Pensionen versicherungsmathematisch
falsch - nämlich viel zu hoch - berechnet sind.
- Fest steht weiters, dass Neupensionisten 2004 - vergleichbar kalkuliert
- eine bis zu zehn Prozent niedrigere Altersversorgung als "Altpensionisten"
beziehen werden.
- Fest steht, dass die Harmonisierung der Pensionssysteme, die im September
2003 zumindest in groben Zügen festgelegt hätte sein sollen und mit 1.1.2004
wirksam wird(?), noch nicht einmal andiskutiert ist.
- Schließlich steht fest, dass es genug Länder gibt, die 2004 einen Pensionserhöhungsstopp
vornehmen. Wenn sich eine rot-grüne deutsche Regierung das traut, dann ist
nicht einzusehen, warum das weitaus üppigere österreichische System in der
derzeitigen Situation ungebremst weiterwächst - für Altpensionisten.
Schon die Umsetzung der Pensionssicherung im Frühsommer 2003 - wessen Pensionen
wurden denn gesichert? - war nicht besonders glücklich und bewirkte einen
Generationenkonflikt. So gesehen, wird das falsche Signal, am 1.1.2004 Alt-Pensionen
zu erhöhen, um im gleichen Jahr Pensionsneuantritten bis zu zehn Prozent,
von dem was im April 2003 noch errechnet werden konnte, wegzunehmen, diesen
Konflikt keinesfalls dämpfen!
Damit kein Zweifel aufkommt: Der ÖGV steht vollkommen zu einer Pensionsreform
und wartet auf die Pensionsharmonisierung.
Da bleibt ja wohl die neidische Frage offen, was der 7.000 EUR-Spitzenbundespensionsbezieher
mit den angedachten zehn EUR Zuwachs zum 1.1.2004 denn so alles treiben wird?
Beide Beträge wohlgemerkt pro Monat! Weitere Beiträge zum Thema: Politik und Recht  |
 |
| 20.10.2003 |
Vereinfachung von Steuersystem & -erhebung verschütt gegangen! |
Vereinfachung von Steuersystem & -erhebung
verschütt gegangen!
700 Seiten & 91 Materien-Budgetbegleitgesetz war kein Signal zur Vereinfachung!
War in der Regierungserklärung 2000 noch nachzulesen, dass "eine Vereinfachung
des Steuersystems und eine Vereinfachung der Steuererhebung umgesetzt wird",
ist in der aktuellen Ansage nur mehr zu lesen, dass mit der Steuerreform
2005 eine Vereinfachung und mehr Transparenz unseres Steuersystems kommen
soll. Ernst kann dies eine Regierung ja wohl nicht gemeint haben, die wenige
Monate später ein Gesetzeskonvolut mit 700 Seiten Umfang, das 91 Gesetzesmaterien
umfasst (Budgetbegleitgesetz 2003) durch das Parlament gepeitscht hat - so
der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV).
Nur noch vier statt bisher nahezu fünfzig Steuerarten, nur noch ein Steuersatz
von 25 Prozent (bei einem hohen Grundfreibetrag von 8000 Euro), keine private
Steuererklärung mehr, weil Steuern direkt an der Quelle erhoben werden, und,
vor allem, der Wegfall sämtlicher Subventionen und Ausnahmen - das wäre ein
Denkansatz, der schon mittelfristig all jene Wachstumskräfte freisetzt, die
dem Land heute fehlen. Und Wachstum verspricht Stabilität.
Ein radikal vereinfachtes Steuersystem, wie der ÖGV es ansatzweise vorschlägt,
stärkt die Binnennachfrage, weil den Menschen mehr Geld in der Tasche bleibt.
Und kann nicht jeder Einzelne viel besser entscheiden, wofür er sein Geld
ausgeben will, als der Staat? Einfache Steuern ermutigen die Mittelständler,
neue Jobs zu schaffen - anstatt sich fortwährend damit zu beschäftigen, wo
und wie sie Steuern umgehen müssen. Kaum vorstellbar, wie viel kreative Energie
freigesetzt würde, wenn die Österreicher weniger Zeit mit Steuerpoesie verbringen
müssten: neue Ideen, neue Produkte.
Auch Steuerehrlichkeit wäre kein Fremdwort mehr. Es sind ja nicht nur die
Bösewichte, die Steuern hinterziehen - oder haben Sie schon einmal versucht,
Ihre Bedienerin regulär anzumelden?
Natürlich braucht der Übergang in ein radikal einfaches Steuersystem Zeit.
Wer es 2005 umsetzen möchte, müsste schon heute dessen Grundzüge kennen!
Daher muss nach der Auslagerung der Budgetposten Autobahnfinanzierung und
Teilen der Pensions- und Krankenversicherung aus dem ordentlichen Haushalt
ab 2004 das Ziel nicht nur Steuersenkung sondern insbesondere auch Steuervereinfachung
heißen! Weitere Beiträge zum Thema: Politik und Recht  |
 |
| 15.10.2003 |
Steuerverweigerung für Nichterbringung öffentlicher Leistungen? |
Steuerverweigerung für Nichterbringung öffentlicher
Leistungen?
Insbesondere die obersten Organe liefern immer weniger Ergebnisse termingerecht!
Das offizielle Österreich betont stets, den Servicegedanken für sich gepachtet
zu haben. In sehr wenigen Teilbereichen wurde das bereits bemerkbar. Der
weitaus größere Sektor gebärdet sich nach wie vor als hoheitsstaatliche Bürokratie.
Dienstleister wissen seit eh und je, dass erst für ein erbrachtes Werk eine
- meist finanzielle - Gegenleistung fällig wird. Die Frage, die der Österreichische
Gewerbeverein (ÖGV) nun stellt, ist schlicht, inwieweit etwa die terminlich
weit überzogene Nichtumsetzung von Rechtsmaterien und der daraus entstehende
Schaden, dem Steuerzahler Verweigerungs-Konsequenz zugesteht?
- Die Nichtumsetzung der EU-Biopatentrichtlinie seit nahezu drei Jahren
gefährdet den Schutz geistigen Eigentums der heimischen Biotech-Branche nachhaltig.
- Österreich ist erwiesenermaßen bei der Umsetzung von EU-Richtlinien
in heimisches Recht das absolute Schlusslicht unter allen EU-Staaten.
- Das für Ende September 2003 versprochene Grand Design der Pensionsharmonisierung
existiert bis dato nicht. Die Umsetzung ist für 31.12.2003 versprochen.
- Die Beispiele lassen sich reihenweise fortsetzen.
Allerdings darf man Parlament und Regierung wirklich nicht überfordern. Zweieinhalb
Monate Sommerurlaub brauchen eine gewisse Einschleifzeit, um sich wieder
an ein normales Arbeitstempo zu gewöhnen.
Wenn Unternehmen ihre Steuerleistungen nur einen Tag verspätet erbringen,
ist ein saftiger Säumniszuschlag zu entrichten. Deswegen raten wir auch niemandem,
terminisierte Zahlungen an öffentliche Körperschaften zu unterlassen.
Es stellt sich allerdings die grundsätzliche Frage, welches Unrechtsbewusstsein
hat eine Bundesregierung, die Steuergelder und Sozialversicherungsbeiträge
termingerecht einfordert (in einem geordneten Staatswesen und unter ordentlichen
Kaufleuten ist dies selbstverständlich), aber sich selbst bei ihrer Termintreue
um nichts, aber schon um gar nichts bekümmert? Weitere Beiträge zum Thema: Politik und Recht  |
 |
| 13.10.2003 |
Illegal kommt man am besten Freitag nachts nach Österreich! |
Illegal kommt man am besten Freitag nachts nach
Österreich!
Das Bundesheer strengt sich an, aber die Innenministerialen feiern Wochenende!
Unglaubliches wurde dem Österreichischen Gewerbeverein (ÖGV) zugetragen!
Wer illegal Freitag nachts aus insbesondere der Tschechischen Republik nach
Österreich wandert, kann sich in kürzester Zeit in der gesamten EU frei bewegen.
Der Massenansturm russischer Illegaler am vergangenen Wochenende unterstreicht
diesen Sachverhalt! Mittwochs etwa ist man nicht so erfolgreich. Wie das?
Obwohl wir viel Steuergeld in den Assistenzeinsatz des österreichischen Bundesheeres
zur Sicherung unserer EU-Außengrenzen fließen lassen und die Soldaten ihren
Auftrag auch mustergültig erfüllen, ist die Asylkette danach löchrig wie
Emmentaler-Käse. Da die Beamten des Innenministeriums am Wochenende nicht
eingesetzt werden - so ein hochrangiger und verlässlicher Informant - werden
illegale Grenzgänger im Lager Traiskirchen bis zum Beginn der Bürozeit der
Innenministerialen am Montag früh untergebracht. Da dieses nicht abgeriegelt
ist, bewegen sich alle dort Untergebrachten frei. Die frisch nach Österreich
illegal Geflüchteten betreten so - zuvor von den Schleppern genau instruiert
- durch das offene Lagertor die EU-Freiheit und verschwinden irgendwo in
Schengenland!
Diesen Skandal hat wohl der Innenminister zu verantworten. Es ist zwar nett
und richtig, dass er endlich das Asylverfahren zügiger durchführen möchte.
Alleine dazu kommt es in den meisten Fällen überhaupt nicht.
Die österreichischen Steuerzahler sind es Leid, dass illegale Einwanderer
- darunter auch Kriminelle - von den Soldaten des Bundesheeres um teures
Geld aufgegriffen werden, aber das bisschen Geld der raschen Identitätsermittlung
der Flüchtlinge oder zumindest ihr sicheres Gewahrsam über das Wochenende
vom Innenministerium einfach ignoriert wird.
Natürlich brauchen Österreich und die EU eine gesteuerte Einwanderung. Aber
bestimmt nicht nach dem Zufallsprinzip, ob jemand Freitag nachts oder Mittwoch
nachts an der österreichischen EU-Außengrenze aufgegriffen wird! Weitere Beiträge zum Thema: Politik und Recht  |
 |
| 13.10.2003 |
Ein Unternehmerleben ist weniger wert, als das eines Politikers! |
Ein Unternehmerleben ist weniger wert, als
das eines Politikers!
Dienstwagen Anschaffungskosten enden bei 34.000 EUR, bei
Politikern nirgendwo!
Jetzt wissen wir‘s genau: Ein Politikerleben ist unendlich
höher vom Wert her anzusetzen, als das eines Unternehmers oder
Managers. Heimlich wurde mit 1.1.2003 die bis dahin geltende
Hubraumbeschränkung für Politiker-Dienstautos per Gesetz abgeschafft.
Preisliche oder andere Grenzen wurden bewusst nicht eingezogen. Damit
artikuliert der Gesetzgeber, dass ihm das Politikerleben - es geht bei
teuren Dienstautos ja wohl in erster Linie um Sicherheit - mehr wert
ist, als das des Wirtschaftstreibenden - so der Österreichische
Gewerbeverein (ÖGV).
Allerdings zeigte sich auch bei Firmenautos der Gesetzgeber anlässlich
der Euro-Umstellung 2002 großzügig. Da der bis dahin jahrelang geltende
Schillingbetrag umgerechnet etwa 33.900 EUR ergeben hätte, wurde
großzügigst die einkommenssteuerliche Obergrenze beim Anschaffungswert
um ganze 100 EUR auf 34.000 EUR angehoben.
Es ist ja wohl immer wieder die Dreistigkeit der Politik gegenüber der
Wirtschaft, die im ÖGV unter den Mitgliedern zu großem Unmut führt.
Gesetze - etwa zu Pensionen - werden bei Politikern immer heimlich und
in möglichst umfangreiche Gesetzesmaterien so elegant hineinverpackt,
dass sie erst im Laufe der Zeit auftauchen - gerade dann, wenn etwa
einen Minister der Hafer sticht und er ein besonders protziges Auto
haben will.
Der ÖGV schlägt deshalb vor, dass künftig alle Gesetze, die Vorteile
oder Privilegien für Politiker in dieser ihrer Eigenschaft zum
Gegenstand haben, besonders zu kennzeichnen sind. Nachdem die
Opposition ja hier in ihrer Rolle versagt - sie könnte ja nach einem
Machtwechsel am Trog stehen - muss eine unabhängigere Stelle - etwa der
Rechnungshof - diese Kennzeichnung vornehmen.
Damit wird zwar die Menschenverachtung nicht gemindert, die hier klar
zum Ausdruck kommt: Die Meinung, dass Politiker höherwertige Menschen
seien, als jene, die sie regieren. Aber die Regierten sollen wenigstens
wissen, welche Privilegien sich die so verantwortungsvoll handelnden
Politiker zuschanzen! Weitere Beiträge zum Thema: Politik und Recht  |
 |
| 06.10.2003 |
In der Regierungserklärung vom 6.3.2003 kommt ´Subventionsabbau´ nicht vor! |
In der Regierungserklärung vom 6.3.2003 kommt "Subventionsabbau"
nicht vor!
Fällt einer 30 Mio. Gewinn-Zeitung ohne Steuer-Gettone eine Zacke aus der
Krone?
Subventionen zu streichen gelinge nur in der Wirtschaftskrise, heißt es.
Sieben Industrienationen beweisen nun - wie aus einer Studie des Kölner Finanzwissenschaftlers
Michael Thöne hervorgeht - das Gegenteil. Ob in der Schweiz, in Großbritannien,
in Schweden oder Neuseeland - in vielen Ländern haben Regierungen den allzu
spendablen Umgang mit Steuergeldern wieder beendet. Österreich könnte so
beweisen, dass es danach nicht nur dem Staatshaushalt, sondern auch der Konjunktur
wieder besser geht - so der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV).
So erkannte die Schweiz schon Anfang der Neunziger, dass manche ihrer Finanzhilfen
seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr überprüft worden waren. Also verabschiedeten
Regierung und Parlament 1990 ein Gesetz, das alle Subventionen zeitlich befristet.
Alle sechs Jahre muss das Finanzministerium die Hilfen untersuchen, einen
detaillierten Bericht an das Parlament und den Bundesrat senden und dann
aufräumen. Eine öffentlich verfügbare Datenbank erlaubt zudem allen Bürgern
die nötige Transparenz.
Wie wirkungsvoll so eine gesetzlich angeordnete Kontrolle sein kann, beweisen
die Zahlen. In ihrem ersten umfassenden Bericht von 1995 kamen 159 Schweizer
Programme auf den Prüfstand. 136 wurden beanstandet. Als hochwillkommener
Nebeneffekt sorgte die neue Politik inzwischen auch für mehr Sparsamkeit.
Seit 2000 konnten jedes Jahr unsinnige Programme im Wert von jeweils 100
Millionen Franken gestrichen werden.
Es ist doch etwa ein haarsträubender Unsinn, dass eine Kronenzeitung, die
im Medienkrisenjahr 2003 laut Hälfteeigentümer Dichand über 30 Mio EUR Gewinn
machen wird, Presseförderung erhält, wovon die Hälfte - (paradox!) sicher
nach WAZ-Deutschland - und nicht wie uns der Dichand-Sprößling weißmachen
will in mögliche sinistere andere Kanäle sickert!
Wobei der ÖGV wahrlich nichts gegen Gewinne hat - nur mit drauf aufgesattelten
Steuergeldern müssen diese nicht auch noch versüßt werden. Weitere Beiträge zum Thema: Politik und Recht  |
 |
| 02.10.2003 |
Regierung fordert von Pharma 320 Mio Euro Rabatt, warum nicht 1 Mrd.? |
Regierung fordert von Pharma 320 Mio Euro Rabatt, warum nicht
1 Mrd.?
Wer ernsthaft einsparen will, soll nicht bei einem kleinen Bereich beginnen!
Die Regierung wird sich schon was wünschen dürfen - meint man im Österreichischen
Gewerbeverein (ÖGV). Diesmal sind es 320 Millionen EUR oder acht Prozent
Rabatt von den Pharmafirmen. Warum denn gleich so bescheiden?
Der Gesundheitsministerin dürften die aktuellen Recherchen des renommierten
Instituts für Pharmakologische Forschung (IPF) nicht geläufig sein:
- Der heimische Fabriksabgabepreis pro Packung lag 2002 mit durchschnittlich
8,33 EUR beträchtlich unter dem europäischen Schnitt und 40 Prozent unter
dem Schweizer Niveau. Und die müssten ja mit den Drug Factory Outlets (gibt‘s
die?) von Roche und Novartis ja wohl die billigsten sein!
- Auch die Arzneimittelausgaben pro Kopf und Jahr liegen mit 176,27 EUR
beträchtlich unter dem Europa-Schnitt und sind fast um 90 EUR niedriger als
in der Schweiz!
- Die Preisschere zu Europa vergrößert sich zuungsten Österreichs seit
1993 jährlich um 0,87 Prozent bei den Fabriksabgabepreisen.
Der ÖGV rät der Gesundheitsministerin:
- Zuerst einmal möge man den Anteil der Arzneimittel - mickrige 15,7
Prozent - mit dem großen Gesundheitsbrocken vergleichen: Der ärztliche Bereich
umfasst nahezu 70 Prozent der Gesamtgesundheitskosten. Rechnet man die Forderung
des ministeriell gewünschten Pharmarabatts vergleichsweise hoch, könnte man
dort nahezu 1,5 Mrd. EUR Einsparung erzielen. Warum fordert die Gesundheitsministerin
nicht die Ärzte auf, bei ihren Einkommen die Gürtel enger zu schnallen.
- Es ist unmoralisch, jemanden, der in einem sensiblen Bereich produziert
- Pharma ist dies - immer niedrigere Preise abzuverlangen. Man könnte ja
einmal probeweise die Presseförderung zurückfahren oder den in Österreich
weltweit am üppigst dotierten Kulturbereich. Das traut sich wohl niemand!
- Gerade eine Gesundheitsministerin müsste einmal kritisch evaluieren,
welches Kostenpotenzial durch den Einsatz moderner Medikamente und der damit
kürzeren Rekonvaleszenz der Patienten beim Gesundheitssystemen, wie in der
Wirtschaft eingespart wurde. Wie teuer wäre unser Kassensystem heute ohne
den enormen Pharmafortschritt? Will man bei den knappen Margen noch einmal
acht Prozent Sonderrabatt, dann ist schon das halbe Forschungsbudget der
Pharmafirmen gekappt. Damit sind aber nicht nur der medizinische Fortschritt,
sondern auch einige tausend High-tech Arbeitsplätze in der Pharma R&D
gefährdet.
Also bitte systemisch denken, wie dies der ÖGV permanent fordert! Weitere Beiträge zum Thema: Politik und Recht  |
 |
| 30.09.2003 |
Da wird sich der Herr Rat aber überarbeiten! |
Da wird sich der Herr Rat aber überarbeiten!
Richter haben sich mit Äußerungen zur Gesetzgebung zurückzuhalten!
Der sichtlich überarbeitete Richter am Landesgericht Innsbruck, Klaus Schröder
nimmt sich etwas zuviel heraus: Das neue "Recht auf Licht"-ABGB-Anhängsel
kommentiert er: "Was glauben Sie, wie viele Bäume und Sträucher darauf warten,
gerichtlich gekappt zu werden."
Halten zu Gnaden, Herr Rat! Die von Baron de la Brede et de Montesquieu,
in seinem umfangreichen Werk "Vom Geist der Gesetze" (De l'Esprit des Lois)
enthaltenen Grundsätze sind 250 Jahre nach deren Veröffentlichung noch immer
Pflichtlektüre für jeden Demokraten. Die von ihm erstmals so klar formulierte
Grundregel, dass Regierung, Gesetzgebung und Rechtsprechung eindeutig voneinander
zu trennen sind, wurde für alle modernen Demokratien prägend - hoffentlich
auch für unser Land - so der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV).
Worum es Herrn Schröder wirklich geht: Nur ja die mörderische Überlastung
der Richter schon von vornherein zu verhindern. Zeigt doch das Verhältnis
der Anzahl der Richter bezogen auf je 100.000 Einwohner: USA: 5, Niederlande:
6, Frankreich: 10; Italien: 10 und Österreich: 20, Furchtbares. Da kommen
die RichterInnen hierzulande aber ordentlich ins Schwitzen.
Herrn Schröders Kommentare, wie notwendig ein Gesetz denn wirklich sei, sind
in der Tat überflüssig. Dass das Recht auf Licht in zahlreichen oberstgerichtlichen
Entscheidungen bestätigt ist, dürfte Schröder wohl übersehen haben.
Mag schon sein, dass Richter nun etwas mehr zu tun bekommen. In der Relation
zu den wahrlich prozessgierigen USA können unsere RichterInnen noch das Vierfache
leisten, um gerade einmal aufzuschließen.
In Österreich ist es schon merkwürdig, wie wenig das Prinzip der Montesquieu´schen
Gewaltentrennung eingehalten wird: Beamte formulieren Gesetze aus, was eigentlich
im Parlament gemacht werden sollte und Richter kommentieren eben diese Gesetze
bereits im abstrakten Vorfeld - und sollen dann überparteilich und unbeeinflusst
konkrete Fälle entscheiden.
Jeder, dessen "Recht auf Licht"-Klage bei Richter Schröder landet, der sollte
sofort dessen Befangenheit beeinspruchen - unparteiisch wird dieser Mann
kaum entscheiden! Weitere Beiträge zum Thema: Politik und Recht  |
 |
| 30.09.2003 |
Arbeiterkammer soll privilegierte ÖBBler nicht gegen den Rest ihrer Klientel ausspielen! |
Arbeiterkammer soll privilegierte ÖBBler nicht
gegen den Rest ihrer Klientel ausspielen!
AK-Umlage zahlen nicht nur 48.000 Eisenbahner sondern auch 3 Mio. Andere!
In dem von Bundesarbeitskammer (AK) und Gewerkschaftsbund (ÖGB) herausgegebenen
Journal „Arbeit & Wirtschaft“ (September 2003) wird der heimliche ÖBB-Boss
(Eisenbahnergewerkschaftschef) Wilhelm Haberzettel zu den "ungeheuren Ungerechtigkeiten"
befragt, die seiner Klientel drohen könnten. Dass Haberzettel dies eloquent
über die Bühne bringt, zeigt seine Qualitäten.
Sorge bereitet dem Österreichischen Gewerbeverein (ÖGV) - er vertritt ja
auch Manager, die Arbeiterkammerumlage zu zahlen haben - mit welcher Parteilichkeit
der Interviewer, "Arbeit & Wirtschaft"-Chefredakteur Siegfried Sorz die
Interessen von drei Millionen AK-Zahlern ignoriert, die nicht die Privilegien
der ÖBBler genießen.
Haberzettel wird im Interview als Kollege angesprochen, was sicher nicht
der Diktion der überwiegenden Mehrheit der AK-Zwangsmitglieder entspricht.
Und weiter CR Sorz als Frage/Feststellung wörtlich: "Ich glaube, die Leute
begreifen halt schwer, dass die Eisenbahner ein bisschen früher in Pension
gehen und dass sie sich das aber erkauft haben dadurch, dass sie nicht so
gut bezahlt werden und durch andere Dinge." Da ist ja wohl Haberzettel der
Angegriffene, der für seine Klientel beim Gehalt weniger tut, als jene ÖGBler,
die die vielzitierte Supermarktkassierin vertreten.
Und der Interviewer Sorz weiter in seiner penetrant parteiischen Fragestellung:
"Für mich ist die Strategie klar. Man (wer ist wohl man?????) will die Arbeitnehmer
gegeneinander ausspielen. Im Moment sind es die Eisenbahner. Aber ich glaube,
gerade unsere Leute werden sicher schon kapiert haben, worum es da eigentlich
geht. Teile und herrsche: die Beamten, die Lehrer, die Eisenbahner..."
Danke, Herr Chefredakteur Sorz, der Sie Ihr Einkommen von Arbeiterkammer-Zwangsmitgliedern
beziehen und Ihr Medium "Arbeit & Wirtschaft" zum Teil von diesen bezahlt
wird. Ausgespielt werden da im wesentlichen die Hyper-Privilegien der 48.000
ÖBBler gegen jene, die im wesentlichen dafür aufkommen: Ihre drei Millionen
Zwangsmitglieder. Aus dem ÖGB kann man wenigstens austreten, wenn
man für blöd verkauft wird, in eine Zwangsmitgliedschaft muss man weiterhin
einzahlen - manche haben ja bereits den Gegenwert eines Neuwagens Zeit ihres
Berufslebens bezahlt, um dann noch von der eigenen Interessensvertretung
verhöhnt zu werden! Weitere Beiträge zum Thema: Politik und Recht  |
 |
| 24.09.2003 |
Grasser zockt Kaufkraft ab, ohne Budget zu sanieren! |
Grasser zockt Kaufkraft ab, ohne Budget zu sanieren!
Mit 45% Abgabenlast sind wir nicht weit von den erweiterungsgeplagten Deutschen!
Der SPIEGEL weist es uns klar anhand einer OECD-Statistik nach: Durchschnittsverdiener
- also jene, die die Kaufkraft von der Masse her ausmachen - bezahlen in
Österreich 44,8 Prozent ihres Einkommens als Abgaben, wenn sie als Singles
leben. In Deutschland beträgt die Vergleichszahl 51,3%. Allerdings ist dort
ein satter Solidaritätszuschlag für die Wiedervereinigung einberechnet. KHGs
Steuerpolitik bewirkt laut Österreichischem Gewerbeverein (ÖGV) nur eines:
Kaufkraft abzuschöpfen und damit die Wirtschaft nachhaltig zu schädigen.
Bei der Gruppe der verheirateten Alleinverdiener mit zwei Kindern werden
Österreicher noch immer mit 30 Prozent zur Kasse gebeten, Deutsche trotz
des Solidaritätszuschlag nur mit 32,5 Prozent. Dass es zwar zwei Jahre mit
Null- und Fast-Nulldefiziten gab, ist tröstlich. Auf weite Sicht sind solche
Eintagsfliegen nicht mehr zu erwarten.
Titel des SPIEGELs folgerichtig: "Wer arbeitet, ist der Dumme" - das gilt
für Deutschland wie für Österreich.
Dass die Kaufkrafteindellung noch relativ moderat ist, kann man nur den Anstrengungen
der Wirtschaft verdanken. Dass eine annehmbare Abgabenlast eines Durchschnittsverdieners
die Wirtschaft stimulieren würde, liegt auf der Hand. Selbst dem Finanzminister
würde dies nicht schaden, ist doch die Mehrwertsteuer noch immer eine der
ergiebigsten Steuereinnahmen.
2004 wird ein Jahr ohne nennenswerte Steuerentlastung werden. Einer Mini-Einkommenssteuerentlastung
steht die Ausgliederung der Autobahnsanierungskosten aus dem Budget durch
Road-Pricing gegenüber - ein Posten der bisher aus dem laufenden Budget gedeckt
wurde. Auch die Erhöhung der Krankenversicherung durch das scheinheilige
Argument der Gleichstellung von Arbeitern und Angestellten spült dem Finanzminister
knapp eine Milliarde EUR ins Staatssäckel. Und bei Energien zieht KHG die
Steuerschrauben weiter an.
Wer einer Familie mit zwei Kindern knapp ein Drittel des Einkommens abnimmt
- damit liegen wir vier Prozentpunkte über dem OECD-Schnitt und 12 über jenem
der Schweiz - der braucht sich nicht wundern, dass sowohl Binnenkaufkraft
wie Kindersegen ausbleiben. Weitere Beiträge zum Thema: Politik und Recht  |
 |
| Thema: Politik und Recht |
<< blättern >> |
|