

| 22.06.2010 |
ÖGV-Präsidentin Kriz-Zwittkovits: Pensionsreform sofort und umfassend |
ÖGV-Präsidentin Kriz-Zwittkovits: Pensionsreform sofort und umfassend
Jetzt handeln: Die Wahrheit ist zumutbar
Der österreichische Gewerbeverein verlangt angesichts der dramatischen Finanzlage eine ebenso rasche wie umfassende Pensionsreform. In deren Zentrum müsse ein Bonus-Malus-System stehen. Ferner sollten alle öffentlichen Pensionsversicherungen zusammengeführt, und die ÖBB-Frühpensionen wie auch die Hacklerpensionen beendet werden. Das forderte Margarete Kriz-Zwittkovits, die Präsidentin des ÖGV, am Dienstag.
Künftig solle zwar jeder Österreicher in Pension gehen können, wenn er versicherungsmathematisch Pensionsansprüche in der Höhe der Grundsicherung, also von 744 Euro pro Monat, erworben hat. Tue er dies jedoch vor dem 65. Geburtstag, dann müssen in diese Ansprüche versicherungsmathematisch korrekt kalkulierte Abschläge in Hinblick auf die längere Pensionsbezugszeit einberechnet werden. Nach diesem Stichtag solle man sich umgekehrt Zuschläge zur Pension erarbeiten können, wenn man weiter berufstätig bleibt.
Als Sofortmaßnahme ruft Kriz-Zwittkovits nach einer Beendigung der sogenannten Hacklerregelung. „Diese kommt keineswegs, wie anfangs behauptet, den Schwerarbeitern zugute; sie wird vielmehr von anderen Personen in so hohem Umfang in Anspruch genommen, dass die Staatsfinanzen dadurch schwer erschüttert werden.“
Gleichzeitig ermögliche die Hacklerpension immer neue Formen des Missbrauchs. Ein besonders drastisches Beispiel dafür stellt der in den letzten Monaten modisch gewordene Wechsel von Beamtinnen, die knapp vor dem Pensionsantritt stehen, ins ASVG-Pensionssystem dar; denn dort können sie auf Grund des Hacklersystems abschlagfrei in eine nicht durch Beiträge gedeckte Frühpension gehen.
Noch teurer komme für die Allgemeinheit ein weiterer Missbrauch im staatsnahen Bereich: nämlich das weiterhin sehr niedrige Pensionsantrittsalter aller ÖBB-Pensionisten. Die Gewerbevereins-Präsidentin verlangt daher, dass die ÖBB – und andere staatsnahe Unternehmen, die sich genauso verhalten, – der Allgemeinheit die dadurch verursachten Kosten refundieren.
Krönung jeder Reform müsse die Zusammenführung aller öffentlich-rechtlichen Pensionsversicherungssysteme in eine einheitliche staatliche Versicherung sein, in der die Höhe der Pension ausschließlich von der Höhe und Dauer der Einzahlungen abhängig ist. Für die sozialen Aufgaben der Pensionsversicherungen – wie etwa die Ausgleichszulagen oder die beitragsfreien Versicherungszeiten von Müttern oder Präsenzdienern – müsste hingegen in einer getrennten Rechnung der Steuerzahler aufkommen.
Kriz-Zwittkovits: „Wenn wir nicht jetzt diese großen und mutigen Schritte setzen, dann wird in wenigen Jahren das gesamte Pensionsversicherungssystem Hand in Hand mit den Staatsfinanzen gegen die Wand fahren.“
Die ÖGV-Präsidentin ist besonders empört darüber, dass die Regierung erst zu Jahresende konkrete Einsparungsvorschläge zur Diskussion stellen will. „Angesichts der Energie, mit der von Deutschland angefangen in den letzten Wochen fast alle EU-Staaten konkrete Einsparungsreformen präsentiert haben, halte ich dieses Zuwarten für grob fahrlässig. Denn bis dahin könne die internationale Glaubwürdigkeit der österreichischen Stabilitätspolitik Schaden nehmen.“
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| 21.05.2010 |
ÖGV: Bildungspolitik braucht Ziele ohne ideologische Scheuklappen |
ÖGV: Bildungspolitik braucht Ziele ohne ideologische Scheuklappen
ÖGV fordert zuerst eine offene Diskussion da die Systemmängel unübersehbar sind.
„Die Überwindung ideologischer Barrieren im Sinne einer zielorietierten Bildungsdiskussion ist überfällig“, kommentiert Stephan Blahut, Generalsekretär des Österreichischen Gewerbevereins (ÖGV) den gestrigen Vorstoß der Wissenschaftsministerin. „Wenn wir uns reihenweise mit Lehrstellensuchenden herumschlagen, die weder lesen, noch rechnen können, erübrigt sich die Frage, ob die Schule reformiert gehört.“ Blahut verweist aber darauf, dass zuerst ein Konsens darüber gefunden werden muss, welche Bildungsziele in den Schulen überhaupt erreicht werden müssen, bevor man sich auf Schultypen festlegt.
Der ÖGV vertritt die mittelständischen Betriebe, die gute und lange Erfahrungen bei Optimierungen und erfolgreicher Personalentwicklung haben. „Nicht zuletzt deshalb bilden diese Betriebe das Rückgrat des Wirtschaftsstandortes Österreich“, hält Blahut fest: „Aufgrund der Beobachtungen rund um Mitarbeiteraufnahmen und hier besonders bei der Aufnahme von Lehrlingen bieten wir konkrete Empfehlungen an.“
Zwtl. Von Bildungsstandards zu Kompetenzstandards als verbindlicher Qualitätsmaßstab
Die kürzlich eingeführten Bildungsstandards gehören rasch auf den gesamten Fächerkanon ausgeweitet, wobei aus unternehmerischer Sicht dringend auch Schwerpunkte im Wissen über technologische und wirtschaftliche Zusammenhänge als Antriebskraft für Unternehmensgründungen und Innovationsprozesse gesetzt werden müssen. Weiters sind sie im Interesse des sozialen Zusammenhaltes mit der verpflichtenden Ausformung sozialer Fähigkeiten zu Kompetenzstandards zu erweitern.
Zur Sicherung der Bildungsqualität, der Kompetenzen und der Zukunftschancen der einzelnen SchülerInnen sind objektive, einheitliche und verbindliche Überprüfungen an den Schnittstellen von Kindergarten, Volksschule, Unterstufe, Oberstufe und Universität unabdingbar. Ein verbindlicher Abschluss der heutigen Unterstufe/Hauptschule als Mittlere Reife wäre erst dann ein umsetzbarer Meilenstein auf den Weg die Zukunftschancen der Jugend zu verbessern.
Zwtl. Eltern als Bildungsinstitution
Für den ÖGV sind die Eltern zentraler Bestandteil eines erfolgreichen Bildungsprozesses. Die Vernachlässigung dieser Bildungsleistungen wirken sich unmittelbar auf den schulischen Erfolg aus und schmälern die Zukunftschancen des einzelnen Kindes erheblich. Bislang bleibt aber mangelnde Elternleistung im Bildungsprozess ohne weitere Folgen.
Es obliegt im Wesentlichen der Verantwortung der Eltern, ihren Kindern die Notwendigkeit und den Nutzen von Bildung und sozialen Kompetenzen bewusst zu machen. Eine Koppelung der Erfüllung der elterlichen Bildungsleistungen an Transferzahlungen ist daher wichtig und richtig.
Zwtl. Migration als demografische Notwendigkeit
Die demografische Entwicklung lässt erkennen, dass mit weniger als 80.000 Geburten im Jahr der „Generationenvertrag“ schon heute nicht mehr eingehalten wird. Zuwanderung ist daher simpel notwendig. Dabei ist es für alle Bevölkerungsgruppen nützlich über Sitten, Kulturen und Religion der anderen informiert zu sein. Nur gegenseitiges Verstehen fördert das gedeihliche Miteinander, gerade auch in Schulen, wo diese Gruppen aufeinandertreffen.
Die Förderung der Muttersprache und ein verpflichtender, gemeinsamer Ethikunterricht neben dem Religionsunterricht ist dabei eine zentrale Forderung des ÖGV.
Zwtl. Netzwerke nutzen
Der Ausbildungsprozess kann nicht nur auf die Schule beschränkt und eindimensional (Richtung SchülerInnen) gesehen werden. Die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft ist intensiv zu fördern. Nicht nur SchülerInnen sollen an Schnuppertagen in den Betrieben teilnehmen, auch LehrerInnen des Pflichtschulbereiches sollten verpflichtend Praxiswochen in Unternehmen absolvieren, um den Unterricht lebensnah und praxisgerecht gestalten zu können.
Zwtl. Arbeitsplatz Schule, Personal- & Budgethoheit
Das Potenzial des Systems Schule kann dauerhaft nur ausgeschöpft werden, wenn jeder Schulstandort im Sinne eines selbstgewählten Schulprofils frei in seiner Methodenwahl zur Erreichung der Bildungsstandards ist. Daraus resultiert, dass die Ausstattung an Lehr- und Hilfsmitteln, die Auswahl der Mitarbeiter und der Schüler sowie die Verfügungsgewalt über ein Globalbudget nur in der Verantwortung und Entscheidung der Schulleitung liegen kann – eine entsprechende Ausbildung der Direktion vorausgesetzt. Eine rasche Anpassung an sich stets ändernden Bedingungen ist anders nicht zu realisieren.
Die vorliegenden Empfehlungen sind Ergebnis langjähriger Erfahrung und Beobachtungen unserer Mitgliedsunternehmen. Eine ausführliche Zusammenfassung und alle Forderungen des ÖGV kann kostenfrei angefordert werden.
Der Österreichische Gewerbeverein fordert ihre umgehende Realisierung im Sinne des Erhalts der Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Österreich und zur Sicherung der Zukunftschancen unserer Jugend.
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| 01.05.2010 |
ÖGV: Entlohnungssysteme für ältere Menschen ändern |
ÖGV: Entlohnungssysteme für ältere Menschen ändern
Schutzbestimmungen verhindern Arbeitsplätze
Wer über 50 ist, hat auf dem Arbeitsmarkt große Schwierigkeiten, einen neuen Job zu finden oder den bisherigen Arbeitsplatz bis zum Pensionsbeginn zu behalten. Dieses Problem will Margarete Kriz-Zwittkovits, die Präsidentin des Österreichischen Gewerbevereins, mit einem revolutionären Vorschlag bekämpfen, den sie zum „Tag der Arbeit“ präsentierte: Sie verlangt eine grundlegende Änderung der Entlohnungssysteme für ältere Arbeitnehmer.
In vielen Kollektivverträgen seien deutlich höhere Gehälter alleine auf Grund der längeren Betriebszugehörigkeit oder des fortgeschrittenen Alters vorgeschrieben. Da aber bis auf wenige Bereiche, wo viel Erfahrung gefordert sei, die Leistungsfähigkeit im Alter nicht mehr zunehme oder sogar abnehme, führen diese Entlohnungssysteme zu großen Nachteilen für die Älteren. Kriz-Zwittkovits schlägt daher vor, dass es keine solchen altersbedingten Erhöhungen mehr gibt. „Denn vielfach werden wegen der Kosten durch die hohen Lohnansprüche im Alter die Beschäftigungsverhältnisse nicht weitergeführt oder vorzeitig aufgelöst.“
Die Präsidentin des Gewerbevereins hat vor kurzem eine neue Initiative gestartet, mit der trotz der Finanzkrise durch mehr Flexibilität eine Verbesserung des Arbeitsmarktes erreicht werden könnte. In diesem Rahmen setzt sie nun einen besonderen Akzent zugunsten der älteren Arbeitnehmer.
Kriz-Zwittkovits kritisiert dabei auch heftig die Umschulungsmaßnahmen durch das AMS für ältere Arbeitnehmer. „Diese sind sehr oft weder von den Betroffenen erwünscht noch seien sie zielführend. Sie führen die Menschen sogar häufig in eine emotionale Sackgasse.“
Viele Berufslaufbahnen fänden angesichts dieser Rahmenbedingungen ein unwürdiges, aber vermeidbares Ende, tadelt Kriz-Zwittkovits. Das Geld, das für die unsinnigen AMS-Maßnahmen aufgewendet werde, sollte stattdessen Betrieben gegeben werden, um Beschäftigungsverhältnisse fortzusetzen, die sonst aus Kostengründen nicht mehr aufrechterhalten werden können. Das könnte etwa auf dem Weg einer Halbierung der Lohnnebenkosten geschehen.
Ein weiteres Element dieser neuen Initiative des Gewerbevereins gilt der vieldiskutierten Hacklerregelung. Diese teure Lösung müsse rasch auslaufen, denn sie entfremde viele arbeitsfähige ältere Menschen vorzeitig dem Arbeitsmarkt. Kriz-Zwittkovits: „Bei uns sind nur noch 22 Prozent der 60- bis 64-Jährigen berufstätig. Das ist der viertniedrigste Wert unter allen Industriestaaten. Das kostet die Steuerzahler alljährlich – zusätzlich zum Umlagesystem – 14 Milliarden Euro für die Pensionen. Was sehr bald nicht mehr finanzierbar sein wird.“
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| 29.04.2010 |
ÖGV fordert Ende des Kündigungsschutzes für Lehrlinge und Behinderte |
ÖGV fordert Ende des Kündigungsschutzes für Lehrlinge und Behinderte
Margarete Kriz-Zwittkovits, die Präsidentin des Österreichischen Gewerbevereins, präsentierte heute ein detailliertes Konzept, das den Auswirkungen der Finanzkrise gegensteuern soll. Diese Krise erfordere vor allem ein tabuloses Umdenken auf dem Arbeitsmarkt, verlangte sie in einem Referat vor „Go Ahead“. Die strengen Schutzbestimmungen für bestimmte Gruppen verschlechtern die Chancen gerade dieser Gruppen auf dem Arbeitsmarkt – aber auch die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Wirtschaft. Sie sollten daher außer Kraft gesetzt werden.
Insbesondere forderte Kriz-Zwittkovits die Abschaffung des Kündigungsschutzes für Lehrlinge. „Denn viele Betriebe sind wegen dieses Kündigungsschutzes nicht mehr bereit, Lehrlinge auszubilden.“ Die bisherigen Maßnahmen zur Vermehrung der Lehrstellen wie Förderungen oder eine Verlängerung der Probezeit seien völlig unzureichend gewesen, um eine Reduktion des Lehrstellenmangels zu erreichen.
Tausende Jugendliche müssen deshalb alljährlich in außerbetriebliche Lehrwerkstätten ausweichen, die aber – so Kriz-Zwittkovits – ein großes Finanzierungsproblem haben. Die Lehrwerkstätten werden mit Geldern der Unternehmen in der Höhe von 0,2 Prozent der Lohnsumme über den Insolvenzfonds finanziert, „dessen Mittel damit völlig zweckentfremdet eingesetzt werden“.
„Das bedeutet im Klartext“, so die ÖGV-Präsidentin, „dass Betriebe, ohne dies zu wissen, durch zweckentfremdete Mittel außerbetriebliche Institutionen finanzieren, ohne etwas davon zu haben.“ Dies alles erfolge nur „um die zur reinen Fassade gewordenen Schutzbestimmungen für Lehrlinge weiter aufrechtzuerhalten. Offenbar ist es nur wichtig, dass die Statistik der versorgten Lehrlinge stimmt.“
Ähnliche Vorschläge zur Abschaffung von Schutzbestimmungen machte Kriz-Zwittkovits auch für die Behinderten und für ältere Arbeitskräfte. Bei allen Gruppen gelte: „Mehr Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt schafft mehr Jobs.“ Als Vorbild dieser Flexibilität verwies sie auf das Verhalten der Familienbetriebe und der mittelgroßen Betriebe in der Krise: Diese hätten durch unternehmerische Flexibilität die Krise bisher viel besser überstanden als Großbetriebe.
Die Klein- und Mittelbetriebe haben durch rasche innerbetriebliche Maßnahmen, durch innovative Konzepte die Auftragsprobleme weitgehend kompensiert und einen neuen Aufschwung vorbereitet, betonte Kriz-Zwittkovits. „Warum soll dieses unternehmerische Erfolgsmodell der Flexibilität nicht auch zur Lösung der Probleme auf dem Arbeitsmarkt funktionieren?“
Zukunftstaugliche Entlohnungssysteme sollten einzig auf Leistung und Können aufbauen, verlangte die ÖGV-Präsidentin. „Die Entlohnung soll unabhängig von Geschlecht, Alter oder Vordienstzeiten erfolgen.“ Wenn es nicht zu dieser Neuordnung komme, werden sich am Arbeitsmarkt notgedrungen die neuen Spielregeln von selbst entwickeln: Scheinselbständige, atypische Arbeitsverhältnisse oder Schwarzarbeit. Um diese erfolgversprechenden Ideen auszutesten, könnte man, so Kriz-Zwittkovits, die vorgeschlagene Liberalisierung zumindest auf fünf Jahre befristet testen.
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| 15.04.2010 |
ÖGV: Belastung Maximum, Reform Minimum, Verantwortung Null |
ÖGV: Belastung Maximum, Reform Minimum, Verantwortung Null
Statt Steuern zu lizitieren, endlich Sanierungskonzepte vorlegen
Die Präsidentin des Österreichischen Gewerbevereins (ÖGV), KommR Margarete Kriz-Zwittkovits, hielt heute zu den immer neuen Steuervorschlägen der Parteien fest, dass die laufende Debatte die reale Situation komplett verkenne. „Es geht jetzt darum den Aufschwung zu sichern und keinesfalls darum neue Hindernisse aufzubauen“, mahnt Kriz-Zwittkovits die hohe Politik. „Statt durch täglich neue Steuervorschläge Investoren zu vertreiben, muss die Wettbewerbsfähigkeit des unternehmerischen Mittelstandes gefördert werden. Nicht nur, dass dieser schon jetzt eine weit überproportionale Steuerlast trägt, er ist das tragende Rückgrat unserer sozialen Marktwirtschaft: zwei Drittel der Arbeitsplätze werden durch KMUs angeboten. Diese Betriebe nun mutwillig zu behindert heißt, Arbeitsplätze und damit Wohlstand zu vernichten.“
Die gegenwärtige Diskussion zur Staatssanierung lähmt die wirtschaftliche Entwicklung: „Klare Konzepte, wie die Republik die seit Jahrzehnten verschuldete und durch die aktuelle Krise verschärfte Schieflage zu beseitigen gedenkt, fehlen komplett. Wenn der Finanzminister die Staatsausgaben senken will, so muss er auch die für den Wettbewerb relevanten Steuern dauerhaft absenken. Keine Verwaltungsstelle, kein Spital, kein Staatsbetrieb wird seine Effizienz verbessern und ernsthaft Kosten einsparen, wenn mit einer Ausfinanzierung auf Zuruf gerechnet werden kann“, hält die ÖGV-Präsidentin fest. „Durch eine Senkung der Abgabensätze wird ja insgesamt auch mehr eingenommen, wie die Senkung der Körperschaftssteuer eindrucksvoll bewiesen habe.
Die mittelständische Wirtschaft stehe aber auch bereit, zur Staatssanierung beizutragen. Kriz-Zwittkovits könnte sich dazu in zwei, drei Jahren eine Art Solidaritätsabgabe, etwa eine per Verfassungsgesetz auf maximal 5 Jahre beschränkte Erhöhung der Umsatzsteuer als wohl einzige realistische Maßnahme zum Abbau der Krisenkosten vorstellen. „In Österreich sind weder Arbeitnehmer, noch Arbeitgeber schuld an der gegenwärtigen Krise. Statt ständig verschiedene Gruppen gegeneinander aufzuhetzen, fordere ich die Bundesregierung und die Opposition auf, die vom Wähler übertragene Verantwortung wahrzunehmen und dafür zu sorgen, dass alle Österreicher gemeinsam in einem nationalem Schulterschluss mithelfen, zeitlich streng befristet, die Staatsfinanzen zu sanieren. Es ist nicht zuviel verlangt, dafür endlich realistische Konzepte vorzulegen“, schließt die ÖGV-Präsidentin.
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| 08.03.2010 |
ÖGV-Präsidentin: Gerechtigkeit ohne Transparenzkonto unmöglich |
ÖGV-Präsidentin: Gerechtigkeit ohne Transparenzkonto unmöglich
„Die Fakten müssen sofort auf den Tisch!“ Wer für soziale und Steuer-Gerechtigkeit eintritt, müsse auch für die rasche Einführung eines Transparenzkontos sein: Diese „logische Konsequenz“ forderte Margarete Kriz-Zwittkovits, die Präsidentin des Österreichischen Gewerbevereins in einer Erklärung am Montag. Sonst bleibe das Verlangen nach „Gerechtigkeit“ ein reines Schlagwort, das meist nur zu parteipolitischen Zwecken diene.
Kriz-Zwittkovits weiter: „Wenn man nicht weiß, wer wie viel und unter welchem Titel erhält, dann ist es unmöglich, von Gerechtigkeit auch nur zu sprechen.“ Wenn manche gegen diese Transparenz sind, dann könne sich dahinter nur der Wunsch verbergen, weiterhin soziale oder steuerliche Ungerechtigkeiten zu verstecken.
Am einfachsten wäre es, so die Präsidentin der Unternehmerplattform ÖGV, alle Einkünfte aus Transferzahlungen von Bund, Länder, Gemeinden oder sonstigen öffentlich-rechtlichen Institutionen dem individuellen Steuerkonto zuzuordnen. Wo so wie bisher volle Vertraulichkeit zu gewährleisten sei. Ein solches Transparenzkonto dürfte weiterhin nur dem jeweiligen Bürger und der Behörde einsichtig sein.
Mit einer solchen Befundaufnahme wäre ein wichtiger erster Schritt für die oft versprochene Verwaltungsreform gesetzt. Kriz-Zwittkovits sieht darüber hinaus in der Herstellung von Transparenz aber auch die notwendige Basis jeder sozialen Politik.
Nur wenn man wisse, wohin das viele Geld fließt, das Österreich für soziale Umverteilung ausgibt, könne Missbrauch gestoppt und den wirklich bedürftigen Österreichern besser geholfen werden. Kriz-Zwittkovits erinnerte daran, dass Österreich nicht weniger als 28,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Umverteilung ausgebe, ein Wert, den sonst fast kein Land der Welt erreiche.
Sie verwies auch auf den prominenten Sozialrechtler Wolfgang Mazal, der schrieb: „Letztlich wissen wir zuwenig, wo die Sozialleistungen wirklich landen.“ Kriz-Zwittkovits dazu: „Daher ist eine signifikante Verbesserung der Transparenz absolut unverzichtbar; explodiert doch gerade die Staatsschuld, während Österreich ohnedies schon die vierthöchste Steuer- und Abgabenquote in der EU hat.“ Was die internationale Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe zunehmend behindere, wie die ÖGV-Präsidentin feststellt.
Aussender: Österreichischer Gewerbeverein
Ansprechpartner: Mag.(FH) Stephan Blahut
Tel.: +43 / 1 / 587 36 33
Fax: +43 / 1 / 587 01 92
eMail: s.blahut@gewerbeverein.at
http://www.gewerbeverein.at  |
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| 10.11.2009 |
Wilhelm Exner Medaille 2009 verliehen |
Spitzenwissenschaftler Fersht (Cambridge, GB) und Wandrey (Jülich, D) geehrt
Der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV) hat zum 75sten Male seit 1921 die Wilhelm-Exner-Medaille an herausragende Wissenschaftler und Forscher überreicht. Mit Univ.-Prof. Dr. Sir Alan Fersht und Univ.-Prof. Dr. Christian Wandrey wurden am 8. November im Festsaal des Gewerbevereins zwei Forscher geehrt, deren Entdeckungen heute zu den Grundgesetzen ihrer Disziplinen zählen. Tags darauf wurden die Wilhelm-Exner-Medaillen Träger von Bundespräsident Dr. Heinz Fischer in der Hofburg zu einem Mittagessen in höchsten Ehren empfangen.
Wilhelm Exner (1840 - 1931), Ehrenpräsident des ÖGV, betrachtete die zu seiner Zeit stattfindenden umwälzenden Veränderungen der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen stets als große Chance und war darauf ausgerichtet, dabei auftretende Probleme offensiv und konstruktiv zu bewältigen. Exner repräsentierte den weltoffenen österreichischen Liberalismus, der anstelle von Abschottung und Feindbildern sein Engagement für Modernisierung und Umgestaltung von Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft einsetzte.
Mit der Medaille, die seinen Namen trägt, ehrt der Österreichische Gewerbeverein seit bald 90 Jahren bedeutende Wissenschafter, deren Theorien, Erkenntnisse und Resultate wichtige gewerbe-industrielle Anwendungen hervorbrachten oder anbahnten. Darunter Physiker, Chemiker oder Biologen ebenso, wie Erfinder und Konstrukteure, deren Ideen und Entwürfe neue Dimensionen des wirtschaftlichen Fortschritts eröffneten und die Entwicklung von Industrie und Gewerbe nachhaltig förderten.
Diese die Persönlichkeit Wilhelm Exners prägenden Charaktereigenschaften sind in ihren Grundsätzen auch bei vielen Wilhelm-Exner-Medaillenträgern zu finden. Unter diesen findet sich eine Vielzahl von hervorragenden Wissenschaftler sowie geniale Praktiker, von denen viele auch international mit höchsten wissenschaftlichen Preisen und Ehren ausgezeichnet wurden.
Ganz im Sinne Exners ehrte der ÖGV im Zuge der Zeremonie am vergangenen Sonntag auch drei herausragende Unternehmer, die mit ihrem großen Einsatz solche und ähnliche Ideen erfolgreich praktisch umsetzen. Mit Senator KommR Kurt Mann wurde ein Vertreter der Bäckerzunft geehrt, der es rechtzeitig verstanden hat, den Veränderungen seines Berufs mit innovativen Ansätzen zu meistern. Schokolatier Josef Zotter, der mit seinen handgeschöpften Schokoladen wahre Kultobjekte erschafft wurde ebenso geehrt, wie Podologe Peter Schleifer, dem der gesunde Fuss und der richtige Schuh zur Lebensaufgabe wurde.
Mit der Verleihungszeremonie setzte der Österreichische Gewerbeverein auch in diesem Jahr ein klares Zeichen dafür, dass nur das kooperative Zusammenwirken zwischen Wissenschaftern, Unternehmern und Mitarbeitern die solide Basis für Wohlstand und Wachstum ist. Wilhelm Exner förderte Zeit Lebens diese drei Eckpfeiler der wirtschaftlichen  |
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| 09.11.2009 |
Kurzportrait des Wilhelm-Exner-Medaillenträger Univ.-Prof. Dr. Dr.hc mult. Sir Alan Fersht |
Sir Alan war unter den ersten Pionieren, die die Faltung (3D Struktur) der Proteine und die Interaktion zwischen den Proteinen untersucht haben. Darüber hinaus ist er Mitbegründer von sehr erfolgreichen Biotechnologieunternehmen in Großbritannien und Frankreich, die weltweit größten Einfluss in der pharmazeutischen Industrie haben; so begründete er 1989 „Cambridge Antibody Technology (CAT)“ - gemeinsam mit Sir Gregory Winter - um die Protein-Technik zu vermarkten. CAT ist eines der erfolg¬reichsten Biotech-Unternehmen in Großbritannien und wurde 2006 von Astra Zeneca übernommen. 1997 war er Mitbegründer von „Cambridge Drug Discovery, Großbritannien“; ein Unternehmen, das 2000 von Millenium Pharmaceuticals gekauft wurde. 2000 gründete er, gemeinsam mit Sir John Walker (Chemie-Nobelpreis 1997), „Avidis, Frankreich“, um Forschungen zur Proteinexpression vermarkten zu können.
Seine Pionier- und weit reichenden Forschungsarbeiten zur Dynamik, Faltung und Interaktion zwischen Proteinen, haben signifikante Implikationen für das Verständnis eines weiten Bereiches der durch Proteine verursachten Krankheiten, wie es zum Beispiel bei Prionen oder auch den nach Alzheimer, Parkinson oder Huntington benannten Krankheiten der Fall ist. Seine Forschungsarbeiten tragen dazu bei, Heilungsmethoden zu diesen Krankheiten zu entwickeln. Sir Alan Fersht war in Zusammenhang mit den hier beschriebenen Arbeiten bereits für den Nobelpreis vorgeschlagen.
Der ÖGV erkannte Sir Alan die Wilhelm-Exner-Medaille zu, da er die gewonnenen Forschungsergebnisse direkt industriell oder gewerblich umsetzt und somit zum direkten Nutzen für die Menschheit beiträgt.
Die Wilhelm Exner Medaille: Wilhelm Exner (1840–1931) betrachtete die zu seiner Zeit stattfindenden umwälzenden Veränderungen der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen stets als große Chance und war darauf ausgerichtet, dabei auftretende Probleme offensiv und konstruktiv zu bewältigen. Exner repräsentierte den weltoffenen österreichischen Liberalismus, der anstelle von Abschottung und Feindbildern sein Engagement für Modernisierung und Umgestaltung von Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft einsetzte.
Diese die Persönlichkeit Wilhelm Exners prägenden Charaktereigenschaften sind in ihren Grundzügen auch bei vielen Wilhelm-Exner-Medaillenträgern zu finden. Mit der Medaille, die seinen Namen trägt, ehrt der Österreichische Gewerbeverein seit 1921 bedeutende Wissenschaftler, deren Theorien, Erkenntnisse und Resultate wichtige gewerbe-industrielle Anwendungen hervorbrachten oder anbahnten. Unter den 222 Preisträgern, Physiker, Chemiker oder Biologen ebenso, wie Erfinder und Konstrukteure, deren Ideen und Entwürfe neue Dimensionen des wirtschaftlichen Fortschritts eröffneten und die Entwicklung von Industrie und Gewerbe nachhaltig förderten, finden sich 16 Nobelpreisträger.  |
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| 08.11.2009 |
Kurzportrait des Wilhelm-Exner-Medaillenträger Univ.-Prof. Prof. Christian Wandrey |
Christian Wandrey zählt zu den international anerkanntesten Biotechnologen auf dem Gebiet der Verfahrenstechnik. Seine Kreativität und Schaffenskraft hat die Biotechnologie im internationalen Rahmen auf den Forschungsgebieten Bioorganische Chemie, Enzymatische Biotransformation, Zellkultur- und Fermentationstechnik sowie Aufarbeitungstechnik von biotechnologisch hergestellten Wertsubstanzen wesentlich geprägt.
Wandrey hat eine bemerkenswert rasche wissenschaftliche Karriere durchlaufen. Bereits mit 36 Jahren übernahm er die Position des Direktors am Institut für Biotechnologie des Großforschungszentrums Jülich, verbunden mit einer Berufung auf den Lehrstuhl für Biotechnologie an der Universität Bonn. Seine Leistungen zeichnen sich dadurch aus, dass er für schwierige und wirtschaftlich relevante Fragestellungen klare und oft verblüffend einfache Lösungskonzepte entwickelte und diese auch zu sehr erfolgreichen technologischen Umsetzungen führen konnte.
Die wissenschaftlichen Ergebnisse Wandreys sind in etwa 350 Publikationen veröffentlicht und seine Arbeiten wurden mehr als 4000 Mal zitiert. Neben seinen vielen Publikationen, ist er Autor bzw. Mitautor von mehr als 100 Patenten. Seine hervorragenden Leistungen in der Forschung führten zu zahlreichen kommerziell in großem Maßstab hergestellten Produkten. Dieser erfolgreiche Technologietransfer veranlasste den ÖGV Wandrey die Wilhelm-Exner-Medaille zuzuerkennen.
Die Wilhelm Exner Medaille: Wilhelm Exner (1840–1931) betrachtete die zu seiner Zeit stattfindenden umwälzenden Veränderungen der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen stets als große Chance und war darauf ausgerichtet, dabei auftretende Probleme offensiv und konstruktiv zu bewältigen. Exner repräsentierte den weltoffenen österreichischen Liberalismus, der anstelle von Abschottung und Feindbildern sein Engagement für Modernisierung und Umgestaltung von Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft einsetzte.
Diese die Persönlichkeit Wilhelm Exners prägenden Charaktereigenschaften sind in ihren Grundzügen auch bei vielen Wilhelm-Exner-Medaillenträgern zu finden. Mit der Medaille, die seinen Namen trägt, ehrt der Österreichische Gewerbeverein seit 1921 bedeutende Wissenschaftler, deren Theorien, Erkenntnisse und Resultate wichtige gewerbe-industrielle Anwendungen hervorbrachten oder anbahnten. Unter den 222 Preisträgern, Physiker, Chemiker oder Biologen ebenso, wie Erfinder und Konstrukteure, deren Ideen und Entwürfe neue Dimensionen des wirtschaftlichen Fortschritts eröffneten und die Entwicklung von Industrie und Gewerbe nachhaltig förderten, finden sich 16 Nobelpreisträger.  |
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| 15.10.2009 |
ÖGV begrüßt Josef Prölls Initiativen: Jetzt rasch handeln! |
ÖGV begrüßt Josef Prölls Initiativen: Jetzt rasch handeln!
Ohne massive Strukturbereinigung ist nachhaltiges Wachstum auf Dauer nicht mehr möglich.
Josef Pröll liegt richtig: Ohne eine massive Strukturbereinigung auf allen Verwaltungsebenen wird ein dauerhaftes Wachstum nicht möglich sein. Die Überfrachtung des Mittelstandes mit Abgaben und Regelungen, die Auslagerung von Aufgaben an die Betriebe zur Erhaltung des Status quo hat schon lange alle akzeptablen Grenzen gesprengt. Daher ist auch das Bekenntnis, dass sich der Staat auf die Gestaltung der Rahmenbedingungen konzentrieren muss und sich nicht in das operative Geschäft einmischen kann, für den Österreichischen Gewerbeverein (ÖGV) von zentraler Bedeutung. „Der Finanzminister will sehr ehrgeizige Programme auf Schiene stellen. Der ÖGV unterstützt dies und fordert alle Parteien über alle ideologische Barrieren hinweg auf, diesen Weg der substanziellen Sanierung mitzutragen“, hält die Präsidentin des ÖGV, Margarete Kriz-Zwittkovits, fest.
Der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV) begrüßt die tabellarische Auflistung der Handlungsfelder der Bundesregierung. Die „Agenda Wachstum“ des Finanzministers setzt auf eine tiefgreifende Reform der Verwaltung des Staates, wie sie seit Jahrzehnten notwendig wäre. Der ÖGV begrüßt dabei insbesondere die klaren Bekenntnisse zur Notwendigkeit der Staatssanierung und zur Konzentration auf die Gestaltung der Rahmenbedingungen, statt Regulierungen bis ins Detail zu erzwingen. Gleichzeitig muss die Überfrachtung der Unternehmen mit einer Fülle an betriebsfremden Aufgaben zurückgefahren werden, damit diese dauerhaft international wettbewerbsfähig bleiben können.
Insgesamt entspricht die Schwerpunktsetzung den langjährigen Forderungen des ÖGV: Eine Verwaltungsreform, die Entscheidungskompetenz und Finanzierungsverantwortung in einer Hand zusammenführt und zu einem einheitlichen, österreichweiten öffentlichen Dienst führt, kann Milliarden Euro frei spielen. Nur eine strategische und langfristig planbare Forschungspolitik kann international reüssieren. Eine substanzielle Weiterentwicklung des Bildungswesens, die den Schulen Autonomie auch hinsichtlich Personal und Ausstattungsauswahl erlaubt, wird den Wirtschaftsstandort kompetitiv erhalten. Schließlich muss eine erfolgreiche Steuerpolitik Leistung fördern und insgesamt plausibel und fair sein.
Der Österreichische Gewerbeverein vertritt seine wirtschaftsliberalen Vorstellungen nun seit 170 Jahren und propagiert seither einen freien und fairen Wettbewerb der Unternehmen. Die Anliegen eines ehrlichen, engagierten Unternehmertums sind heute aktueller denn je. Umso mehr sind die Vorhaben des Finanzministers zu begrüßen und zu unterstützen: Im Interesse des freien, mittelständischen Unternehmertums, des Rückgrats der österreichischen Wirtschaft.
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| 28.07.2009 |
ÖGV: Der Staat zockt? Er versenkt mehr als 20.000 Mio. Euro pro Jahr |
ÖGV: Der Staat zockt? Er versenkt mehr als 20.000 Mio. Euro pro Jahr
Das 52-fach größere, strukturelle Defizit bleibt Spielball seiner Profiteure
Während die 380 Millionen-Euro-Spekulationsblase die fragwürdige Finanzierungspolitik unseres Staates enthüllt, verschwinden die wirklichen Milliardenlöcher der Republik aus der öffentlichen Wahrnehmung. Der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV) fordert die Bundesregierung auf, ihre Karten auf den Tisch zu legen und klar darzulegen, wie sie dem drohenden strukturellen Defizit in den kommenden Jahren Herr zu werden gedenkt.
Für den Österreichischen Gewerbeverein beweisen die kolportierten Spekulationsverluste von Bundesagentur, Ländern und Gemeinden einmal mehr, dass der Staat bei sich und Unternehmen bzw. Bürgern mit zweierlei Maß misst. Bei Investitionen mit Steuergeldern lässt er alle vernünftige Vorsicht beiseite (keine Streuung der eingesetzten Mittel – jeder gewerbliche Vermögensberater wäre damit seine Gewerbeberechtigung los!) oder bedient sich widriger Vorteile (Ausnützen der steuerlichen Möglichkeiten von Steueroasen, Spekulation auf Kredit – jeder Unternehmer, jeder Bürger machte sich damit strafbar). Ein solches Staatsverständnis steht zu Recht am Pranger, die Aufregung ist gerechtfertigt. Doch unverschämt bleiben alle Verantwortlichen im Amt.
Statt Staatsgeld im Ausland zu verzocken, egal ob auf den Cayman Islands oder bei einer Investmentbank, sollte die Republik ihr übrigbleibende Kreditzuteilungen zur vorübergehenden Finanzierung von anderen öffentlichen Aufgaben (z. B. Krankenkassendefizit, Schuldenabbau von öffentlichen Unternehmen) heranziehen. So würden die Schuldzinsen für die Finanzierung dieser Kredite verringert. Der ÖGV fordert daher, den Funktionären der Bundesfinanzierungsagentur ein enges gesetzliches Korsett anzulegen, für welche Zwecke sie vorläufig nicht genutzte Kreditlinien veranlagen sollen und für welche Zwecke nicht.
Gleichzeitig verweist der ÖGV aber darauf, dass die Spekulationsverluste des Bundes angesichts von mehr als 7.500 Mio. Euro allein an Zinszahlungen für die exorbitanten Staatsschulden, angesichts des erheblichen Restrukturierungsbedarfs bei Krankenkassen, Spitälern, ÖBB, ASFINAG, Flughafen Wien, AUA oder angesichts der Reformzwänge bei Gesundheits-, Schul-, Bundes-, Landes- und Gemeindeverwaltung nur „peanuts“ für die Portokassa des Finanzministers sind: Denn je nach Quelle könnten mittelfristig 20 bis 25 Milliarden Euro jährlich eingespart werden, wenn die genannten Finanzprobleme endlich gelöst würden. Umgerechnet sind das 380 Mio. Euro Spekulationsverluste für jede einzelne Woche im Jahr.
Doch die Verwaltungsreformkommissionen werden den Landeshauptleuten überantwortet, die Defizitbehebung der Krankenkassen den Ärzten, die Bildungsreform der Gewerkschaft usw. So wird jeweils der Bock zum Gärtner gemacht; denn in allen Fällen werden die Nutznießer mit dem Ausarbeiten der Reform beauftragt. Statt Steuerlöcher zu stopfen und ernsthaft anzupacken, werden immer neue Begehrlichkeiten befriedigt und immer neue Steuern ventiliert. Eine flatterhafte Politik muss offenbar alle noch so verzweifelten Maßnahmen ergreifen, um dem latenten Geldmangel der öffentlichen Kassen zu begegnen – womit wir wieder zu den unvorsichtigen Spekulationsgeschäften zurückgekehrt sind.
Der ÖGV fordert die Verantwortlichen auf, Konsequenzen zu ziehen und bis zur nächsten Sitzung des Nationalrates einen verbindlichen und zeitlich nachvollziehbaren Maßnahmenkatalog vorzulegen, der die notwendigen Reformen und Sanierungsmaßnahmen für die laufende Legislaturperiode (2008 bis 2013) darlegt. Deren Umsetzung ist tunlichst zwischen den politischen Parteien und den föderalen Ebenen außer Streit zu stellen, um weitere Verzögerungen zu verhindern.
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| 08.07.2009 |
VÖS-Bund der Steuerzahler, Pressekonferenz Mittwoch, 8.Juli 2009, im Österreichischen Gewerbeverein |
Statement der Präsidentin des Österreichischen Gewerbevereins, Frau Margarete Kriz-Zwittkovits, anlässlich der Pressekonferenz des VÖS-Bund der Steuerzahler:
"Thema: Wiedereinführung von Vermögens-, Erbschafts- und Schenkungssteuer
Als Unternehmervertreterin, Vertreterin von KMU´S lehne ich eine Wiedereinführung der genannten Steuern kategorisch ab.
Wobei einerseits die Thematik selbst, andererseits der Zeitpunkt zu dem diese Debatte geführt wird, als wirtschaftlich schädigend einzustufen ist. Den Protagonisten der Steuerdiskussion und der Umverteilungsdebatte ist jede wirtschaftliche Kompetenz abzusprechen.
Die vermeintliche Rückgewinnung von Wählerstimmen auf Kosten des Wirtschaftsstandortes zu betreiben ist grob fahrlässig.
Investoren, die wir dringend benötigen, sind durch die öffentliche Diskussion nachweislich verunsichert und überlegen den weiteren Ausbau bzw. die Errichtung von Standorten in Österreich.
Es ist für diese Investoren sehr rasch möglich, Standorte in einem benachbarten Land zu errichten, wenn die Rahmenbedingungen vergleichsweise attraktiver sind. Österreich steht hier im Wettbewerb mit anderen Ländern.
Die Wiedereinführung der genannten Steuern belasten die Unternehmen in einem nicht kompensierbaren Ausmaß und gefährden dadurch die gerade jetzt dringend notwendige Erhaltung von Arbeitsplätzen.
Festzuhalten ist, dass die österreichischen KMU´S ebenso wenig Schuld an der Krise haben wie die Arbeitnehmer.
Aus Sicht der Unternehmer ist zu den einzelnen Steuern folgendes zu sagen:
1) Vermögenssteuern
Die Vermögenssteuer wurde im Jahre 1994 von Finanzminister Lacina abgeschafft.
Das Vermögenssteuer-Aufkommen wurde zum überwiegenden Teil von den Unternehmern erbracht.
Die Vermögenssteuer, eine Substanzbesteuerung stellt eine Verminderung der betrieblichen Eigenmittel dar und steht im groben Widerspruch zum nachhaltigen Wirtschaften. Die Unternehmen würden dadurch weiter belastet und finanziell geschwächt.
Die Verschärfung der Kreditrichtlinien, bekannt unter dem Begriff Basel II, verlangt eine erhöhte Ausstattung mit Eigenmittel und Sicherheiten. Diese, von den finanzierenden Banken geforderten Eigenmittel, würden durch eine Vermögenssteuer ständig verringert werden.
Dies hätte zur Folge:
Kürzung der Kreditlinien (zur Zeit ohnehin schwierig zu erlangen) und damit Kürzung der Investitionen, Einschränkung von Expansion und in weiterer Konsequenz – Verringerung von Arbeitsplätzen.
2) Erbschaftssteuer und Schenkungssteuer
Die Erbschaftssteuer stellte bei Betriebsübergaben eine häufig nicht leistbare Zahlungsverpflichtung dar. Dies führte nicht zuletzt zur Schließung des Betriebes, da das Steueraufkommen von der nächsten Generation nicht getragen werden konnte.
Gleiches gilt für die Schenkungssteuer.
Durch den Wegfall der Schenkungssteuer kann eine Betriebsnachfolge bereits zu Lebzeiten ohne finanzielle Belastung des Unternehmers erfolgen, was im Sinne einer aktiven Unternehmensübergabe und Kontinuität zielführend ist und den betrieblichen Fortbestand durch einen geplanten Generationswechsel sichert.
Das zu Unrecht in Kritik geratene Modell der „Stiftung“ hatte unter dem Aspekt der bis 2008 bestandenen Erbschafts- und Schenkungssteuer eine Unternehmens-nachfolge überschaubar und in manchen Fällen erst möglich gemacht.
Durch die Einbringung von Firmenanteilen in eine Stiftung, ist bei kalkulierbarem Steueraufkommen (2,5%-ige Stiftungseingangssteuer - diese löste 2008 die 5%-ige Schenkungssteuer ab) eine Betriebsweiterführung und damit der Erhalt von Arbeitsplätzen gesichert.
Besonders der erbrechtliche Aspekt kann durch die Stiftung rechtzeitig abgeklärt werden und dadurch mögliche Firmenzerschlagungen verhindern.
3) Vermögenszuwachssteuer
Diese ist eine Einkommensteuer bzw. Körperschaftssteuer und wird von den Unternehmern schon immer abgeführt.
Die vorhandenen und nun zur Diskussion stehenden Spekulationsfristen kommen bei Unternehmungen nicht zum Tragen, da Zuwächse – als Unternehmensgewinne - immer steuerlich wirksam werden.
Dringend notwendig und unmittelbar zu beginnen ist der unumgängliche Bürokratieabbau. Eine effiziente Verwaltung birgt viel Spielraum zur Sanierung des Staatshaushaltes.
Den ins Stocken geratenen Konjunkturmotor durch neue Steuern noch mehr zu bremsen, ist eindeutig die falsche Strategie."
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| 25.05.2009 |
ÖGV: 170 Jahre im Interesse des Mittelstandes |
ÖGV: 170 Jahre im Interesse des Mittelstandes
Die älteste Interessensvertretung Österreichs feiert Gründungsjubiläum
Der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV) feierte mit viel Prominenz aus Politik und Wirtschaft, allen voran Innenministerin Fekter und Wirtschaftsminister Mitterlehner, sein 170stes Bestandsjubiläum. Die älteste Interessensvertretung Österreichs ist seither ungebrochen eine starke Stimme für den Mittelstand. Dieser stehe bereit, die aktuellen Herausforderungen zu bewältigen, hielt Präsidentin Kriz-Zwittkovits fest, fordere aber, vehementer denn je, große Reformvorhaben zur Entlastung der Wirtschaft, zur Sicherung von Arbeitsplätzen und der Unternehmen umzusetzen.
Neben vielen der 3.500 Mitglieder aus Industrie, Gewerbe, Handel und den freien Berufen konnte Präsidentin Kriz-Zwittkovits Innenministerin Maria Fekter und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner begrüßen, der dem Österreichische Gewerbeverein (ÖGV) seinerseits für seine zahlreichen und innovativen Initiativen dankte. Festredner Prof. Dr. Felderer zeichnete, gerade wegen der angespannten wirtschaftlichen Situation, dem unternehmerischen Mittelstand ein hoffnungsvolles Bild, da feststehe, dass dieser auch diesmal den Großteil des Aufschwungs erarbeiten werde. Präsidentin Kriz-Zwittkovits replizierte, dass die KMU, die insgesamt der weitaus größte Arbeitgeber und Investor Österreichs sind, diese Aufgabe sicher wieder meistern würden. Gleichzeitig erinnerte Sie die Politik daran, die anstehenden Reformen rasch und nachhaltig anzupacken.
Unter den Gästen waren Michael Auer, Präsident der Rechtsanwaltskammer Wien, Reinhold Backhausen von backhausen interior design, Franz Ceska, ehem. Generalsekretär der Industriellenvereinigung, Franz Fiedler, ehem. Präsident des Rechnungshofes, Heinz Harb, Geschäftsführer der LBG WirtschaftsprüfergmbH, Kurt Hofer, Eigentümer Dreh&Drink, die Botschafter Istvan Horvàth (Ungarn), Zoran Jasic (Kroatien), Peter Lizak (Slowakei), Diego Stacy (Ecuador) und Ali Uzcategui Duque (Venezuela). Ernst Rosi von der RZB, Michael Schaude von Bender Med Systems, die Generäle Schittenhelm und Segur-Cabanac, der Präsident der Versicherungsmakler Schönburg-Hartenstein und Sascha Stahl von Ernst&Young ließen den Abend erst spät bei Small-talk am Buffett ausklingen.
Der ÖGV wurde vor 170 Jahren gegründet. Als freie Interessenvertretung ist er die Plattform der mittelständischen Privat- und Familienunternehmer. Bis heute prägt ein lebendiger, hochkarätiger Austausch zwischen Wissenschaft, Politik und den mittelständischen Unternehmern, weit über nationale Grenzen hinaus, die unabhängige Vereinigung. Im Zeitalter der technischen Entdeckungen machte sich der ÖGV mit Gründungen von viele wichtige Institutionen, allen voran der Wirtschaftskammer, des TGM, der Urania und des technische Museums Wien einen Namen. Heute konzentriert sich der Verband darauf, die Anliegen des unternehmerischen Mittelstandes zu vertreten. Der ÖGV blieb stets seinen Wurzeln treu: so stehen seine Mitglieder auch heute für ein langfristiges, verantwortungsvolles und nachhaltiges unternehmerisches Engagement.
Der ÖGV steht ideologisch fest auf seinem bewährten wirtschaftsliberalen Fundament und sieht daher die aktuelle Besinnung auf realistische, praxisnahe Ansprüche des unternehmerischen Mittelstand, der inhabergeführten Betriebe und Familienunternehmen und damit der wesentlichen Träger der Österreichischen Wirtschaft, als Bestätigung seiner langjährigen Forderungen.
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| 23.04.2009 |
ÖGV: Klare Absage an Vermögens- und Substanzsteuern |
ÖGV: Klare Absage an Vermögens- und Substanzsteuern
Wer Investoren jetzt verschreckt, gefährdet den Aufschwung.
Der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV) stellt sich einmal mehr gegen eine undifferenzierte Diskussion zu Vermögenssteuern. „Diese Steuern sind seit 1994 sukzessive abgeschafft worden, um die Unternehmen nicht länger in ihrer Substanz zu gefährden, die Eigenkapitalisierung zu stärken und selbstverständlich um Investoren nach Österreich zu holen,“ stellte die Präsidentin des ÖGV, Margarete Kriz-Zwittkovits in der gestrigen ORF-Sendung Club 2 klar. „Wir durchleben eine schwere Konjunkturkrise und können uns gerade jetzt eine Debatte über neue Steuern nicht leisten: wir müssen Vermögen und Investoren anlocken und nicht abschrecken.“
Kriz-Zwittkovits warnte vor einem Ausspielen von Kapitalgebern und Arbeitnehmern. Bereits jetzt erarbeiteten 25% der Steuerpflichtigen dreiviertel der Lohn- & Einkommensteuern, während 50% der Österreicher gar keine Steuern zahlten. Auch dies sei in einer Gerechtigkeitsdebatte zu berücksichtigen.
Ohne Gesamtsicht auf die verschiedenen Steuerbelastungen und Steuerbefreiungen sei eine Umschichtung zu höheren Kapitalertragssteuern nicht möglich. Es sei hingegen auszuschließen, die hart erarbeitete und bereits hochversteuerte Vermögenssubstanz neuerlich zu versteuern. Dies gefährde in schwierigen Zeiten den Fortbestand genau jener mittelständischen Betriebe, die durch jahrzehntelange nachhaltige Betriebsführung, heute als Rückgrat der österreichischen Wirtschaft 67% der Arbeitsplätze stellten.
„Leistung muss sich lohnen. Hohe Steuern verhindern dies.“ Statt eine Vermögensbesteuerung zu diskutieren, die aufgrund der dann zu erwartenden Kapitalflucht keine relevanten Erträge erbringen könnten, forderte Kriz-Zwittkovits die Gewerkschaft auch, sich für eine fundamentale Verwaltungsreform stark zu machen. Sowohl der Rechnungshof, als auch die EU, haben in Vergleichsstudien ein Potenzial von 8 bis 12 Mrd. Euro identifiziert. Hier müsse angesetzt werden, um eine gerechte Finanzierung des Staates zu gewährleisten und die Steuer-Zahler zu entlasten.
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| 10.04.2009 |
ÖGV verlangt mutige Reformen statt nervöser Steuerdiskussion |
ÖGV verlangt mutige Reformen statt nervöser Steuerdiskussion
Landeshauptleute sollten in der Krise eine große Staatsreform vorantreiben
Der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV) zeigt sich erschüttert über die neuesten Vorschläge für ein SPÖ-Wirtschaftsprogramm. Mit dumpfen Reflexen versucht da Landeshauptmann Voves seinen offenbar wackelnden Sessel zu retten, unterstützt von ideologisch versteiften Gewerkschaftsbossen. Wenn es das einzige Rezept der Sozialdemokratie in Krisenzeiten ist, neue Steuern und Re-Verstaatlichung zu fordern, erlaubt sich der ÖGV ein paar Ansätze vorzuschlagen, die eher den Ehrgeize der feisten Populisten anspornen sollte: allgemeine Verwaltungsreform, bessere Schulorganisation, mehr Gesundheits- als Krankenpolitik, Soziale Reformen. Die vielen Milliarden, die in diesen Bereichen bisher nutzlos versickern, könnten fruchtbarer eingesetzt werden. Geringere Steuerbelastung und mehr Effizienz könnten so erreicht werden. Gerade den Landeshauptleuten ist es bis heute gelungen, jede Reformidee als „Anschlag auf den Föderalismus“ zu verhindern.
Der Österreichische Gewerbeverein und seine Mitglieder zeigen sich erschüttert über die immer wiederkehrenden Vorschläge der SPÖ Wirtschafts- und Steuerexperten: zuerst Matznetter, dann Buchinger, jetzt Voves. Es kann nur gemutmaßt werden, dass mancher Umfragewert im Keller liegt, so dass es opportun erscheint, auf eine kompetente Wirtschaftspolitik zu verzichten. Dabei wäre gerade ein Landeshauptmann der beste Experte, um festzuhalten, dass die Organisation der österreichischen Bundes-, Landes-, Gemeinde-, Schul-, Gesundheits- oder Sozialverwaltung keinem Benchmarking, weder in Zentraleuropa noch in der EU, standhält. Das beginnt mit einer auseinander klaffenden Einnahmen- und Ausgabenhoheit und endet beim unredlichen Auslagern der Verantwortung an Wien oder Brüssel, wo eigenes Rückgrat gefordert wäre.
Der ÖGV empfiehlt den Landeshauptleuten, mit derselben Verve, mit der sie sich für populistische Scheinlösungen einsetzen, zum Beispiel vom Bund eine vollständige Steuerhoheit einzufordern, die es ihnen ermöglicht, ohne Finanzausgleich die selbst verursachten Kosten zu tragen. Der Rechnungshof bietet, übersichtlich aufgestellt, bis zu 9 Milliarden Euro Einsparungs- und Verbesserungspotenzial an, und die EU weist seit Jahren darauf hin, dass verglichen mit dem EU-Durchschnitt jährlich allein den Unternehmen 3,1 Mrd. zuviel an Verwaltungslasten aufgebrummt werden.
Wie wohltuend würde ein Wettbewerb zwischen den Bundesländern die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verbessern! Wie schnell würde sich die Erkenntnis durchsetzen, dass privatisierte Unternehmen durchschnittlich mehr Steuern abwerfen als jene, in welchen Politiker falsch gefärbte Manager nach Belieben und mit großzügigen steuerfinanzierten Abfertigungen austauschen oder die Finanzreserven ins Landesbudget absaugen können!
Zum Thema Arbeitsplätze: Wieviele von ihnen hat der steirische Landeshauptmann seit Amtsantritt 2005 tatsächlich geschaffen, sieht man von seinem Kabinett ab? Keinen. Die kleinen und mittelständischen Betriebe verantworten heute etwa 2,5 Mio. Arbeitsplätze in Österreich. Ein Plus von 8 % seit 2005! Eine Analyse der KMU-Forschung von Ende März 2009 weist zudem nach, dass die insgesamt geplante Erhöhung des Personalstandes der Gewerbe- und Handwerksbetriebe bis Ende Juni 2009 um 10,1 % über dem Wert des Vorjahres liegt.
Der ÖGV fordert ein Ende dieser unredlichen Steuerdebatte, die in schwierigen Zeiten nur kontraproduktiv wirkt, Großunternehmer vertreibt und die kleineren verunsichert. Gleichzeitig erinnert er die politischen Entscheider daran, dass neben der Absage an jede Vermögensteuer, auch die Kreditsteuer, Gesellschaftsteuer und Werbeabgabe zu streichen sind. Das wäre, neben einer ebenso lange eingeforderten Investitionsförderung, die die vorbildliche Eigeninitiative der Unternehmen weiter stärkt, die sinnvollste Konjunkturstütze.
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| 31.03.2009 |
ÖGV gegen populistische Eingriffe in Privatunternehmen |
ÖGV gegen populistische Eingriffe in Privatunternehmen
Großzügiger Kündigungsschutz ebenso kontraproduktiv wie Gehaltslimits für Manager
Der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV) spricht sich abermals entschieden gegen übermäßige Beschränkungen der Arbeitsvertragsgestaltung bei freien Unternehmen aus. „Der aktuelle Vorschlag der Gewerkschaft, den absoluten Kündigungsschutz bei Lehrlingen wieder einzuführen, würde ebenso kontraproduktive Folgen haben wie jede legistisch verankerte Deckelung von Managergehältern“, so der Generalsekretär des ÖGV, Mag.(FH) Stephan Blahut. Gerade in Zeiten der Krise liege es im Interesse aller Unternehmer, die besten Köpfe zu finden, sie im Betrieb zu halten und ihnen eine faire Entlohnung zu gewährleisten. Gleichzeitig müsse es immer möglich bleiben, punktuell den Gürtel enger zu schnallen, um den Fortbestand der Unternehmen zu sichern. Deren Auftragslage werde nämlich von der freien Konkurrenzwirtschaft und nicht durch gesetzliche Auftragsgarantien bestimmt.
Den unternehmerischen Spielraum mit exzessivem Kündigungsschutz für Lehrlinge, Ältere oder Behinderte einengen zu wollen, geht zu Lasten jener, die vorgeblich geschützt werden sollen. Viele Unternehmen suchen jetzt neue Lehrlinge und finden keine geeigneten Kandidaten. „Wir schlagen uns mit Abgängern aus Haupt- und polytechnischen Schulen herum, die nicht einmal die Bildungsstandards der Volksschule erfüllen. Es ist einem Lehrbetrieb nicht zuzumuten, diesen Jugendlichen eine erhöhte Aufmerksamkeit zur Auffüllung ihrer Bildungslücken zukommen zu lassen; in Zeiten der Krise ist das noch weniger möglich. Gleichzeitig versperrt ein harter Kündigungsschutz gerade den Schwächsten den Weg in den Arbeitsmarkt“, erklärt Blahut. Die Unternehmen können sich dem Risiko, eine unkündbare „Niete“ aufzunehmen, nicht aussetzen. Gleiches gelte für ältere und behinderte Arbeitnehmer, die von vielen Jobangeboten ausgeschlossen bleiben, da die Schutzmechanismen potenzielle Arbeitgeber abschrecken.
Der ÖGV verwehre sich ebenso entschieden gegen jede gesetzliche Gehaltsdeckelung in den Führungsebenen der privaten Betriebe. „Wir brauchen die besten Köpfe und diese müssen wir marktgerecht bezahlen. Denn unsere Manager agieren auf einem weltweiten Arbeitsmarkt“, beschreibt Blahut die aktuelle Situation. „Wenn wir uns in Österreich einschränken, verlieren wir die Top-Leute.“ Wenn der Staat glaube, dies in den eigenen Unternehmen genau regeln zu müssen, könne er das ebenso tun wie er seine Garantien an harte Bedingungen knüpfe. Doch sei das allgemeine Manager-Bashing, das aufgrund von wenigen spektakulären Fälle in den USA einen ganzen Berufsstand verunglimpfe, nicht hinnehmbar. „Wir haben gute und ehrliche Manager, die am langfristigen Bestand der Unternehmen interessiert sind. Diese lassen wir uns von populistischen Glücksrittern nicht vertreiben“, bricht Blahut eine Lanze für autarke Führungsetagen österreichischer Unternehmen.
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| 25.03.2009 |
ÖGV lehnt Vermögens- und Bagatellsteuern entschieden ab |
ÖGV lehnt Vermögens- und Bagatellsteuern entschieden ab
Steuern auf Vermögen behindern Investitionen
Der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV) spricht sich vehement gegen alle Vorschläge aus, die Steuern auf Vermögen auszuweiten oder gar eine Erbschaftsteuer wieder einzuführen, auch wenn es um die Finanzierung der steigenden Pflegekosten geht. Die jüngsten Vorschläge des WIFO stehen der unternehmerischen Philosophie des ÖGV diametral entgegen: Sie suchen das Heil in immer neuen Steuererhöhungen bzw. in der Neueinführung von Steuern, statt nachhaltige Anreize für eine höhere Wirtschaftsleistung zu setzen, die langfristig einen gesunden Staat finanziert.
Der ÖGV fordert die Bundesregierung auf, strategische Ziele einer langfristigen und konsistenten Wirtschaftspolitik zu formulieren, die es kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) ermöglicht, in einer globalisierten Welt zu bestehen. In mehr als 350.000 österreichischen KMU werden weit mehr als 65 % der Arbeitnehmer des Landes beschäftigt; es werden von ihnen 300 Mrd. Euro pro Jahr umgesetzt und damit ein wesentlicher Teil des Steueraufkommens erwirtschaftet. Der Mittelstand muss gerade jetzt am Tiefpunkt der Krise nachhaltig entlastet werden, damit seine traditionelle Rolle als Rückgrat der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes nicht fahrlässig gefährdet wird.
Der ÖGV empfiehlt dringend, sämtliche Steuern, die Kapital vernichten oder vertreiben, abzuschaffen. Nach Erbschaft- und Schenkungsteuer, deren Wegfall vielen KMU eine gesicherte Betriebsübergabe erst ermöglicht, sind fiskalische Unzumutbarkeiten wie Gesellschaftsteuer bei Kapitalerhöhungen, Steuern auf Kredite, Steuern auf Grund und Boden abzuschaffen. Einer Philosophie, die unter „Kapital“ immer etwas Schlechtes versteht, muss widersprochen werden, auch wenn diese vom WIFO kommt. Der ÖGV fordert daher, alle Investitionen, die unternehmerisch eingesetzt werden, zu entlasten, da nur so Arbeitsplätze und nachhaltiges Wirtschaftswachstum vor Ort geschaffen werden können.
Besonders in Zeiten der Krise ist es Aufgabe einer Bundesregierung, ein scharfes Auge auf die Sanierung des Staatshaushaltes im Ganzen zu richten. Die Reorganisation der Verwaltung wird spürbare Opfer fordern, spart aber ein Vielfaches der durch neue Steuern erlösbaren Summen. Die Verwaltungsreform wird für Parteien und parteinahe Organisationen zugegeben schmerzhaft sein, und es ist zu befürchten, dass diese eine sinnvolle Reform so lange blockieren, so lange es ihnen gelingt, in feudaler Manier Posten und Pöstchen an ihre Mitläufer – notfalls neue Strukturen erfindend – zu vergeben. Wie lange noch werden wir der potemkinschen Selbstherrlichkeit jedes Krankenhausbetreibers Milliardenbeträge nachwerfen? Wie lange noch jede Verwaltungsaufgabe – egal ob hoheitlich oder selbstverwaltet – auf drei Ebenen zerstückeln, doppelt organisieren und mit immer neuen Steuern finanzieren?
Bei allem Respekt: Es ist Unternehmen, nicht zuzumuten, sich laufend mit immer neuen Abgaben und Steuern belastet zu sehen. Investitions- und Planungssicherheit bedeutet auch, sich auf eine maßvolle Politik verlassen zu können. In einem schwierigen Umfeld ist diese aufgerufen, einen Masterplan zu entwickeln, der eine kostengünstige Verwaltung gewährleistet und Investitionen mit steuerlichen Anreizen bestmöglich unterstützt, die den Wirtschaftsstandort Österreich solide und nachhaltig absichern.
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| 10.03.2009 |
ÖGV: Entlastung der Unternehmer sichert Arbeitsplätze |
ÖGV: Entlastung der Unternehmer sichert Arbeitsplätze
Österreichs KMU weiterhin Felsen in der Konjunkturbrandung
„In schwierigen Zeiten sind die österreichischen KMUs für die kommenden Herausforderungen in jeder Hinsicht zu unterstützen. Die kleinen und mittelständischen Unternehmen sorgen in Österreich für 65 Prozent der Arbeitsplätze und bilden 85 Prozent aller Lehrlinge aus“, stellt Stephan Blahut, Generalsekretär des Österreichischen Gewerbevereins (ÖGV), heute fest. „Der Mittelstand ist das Rückgrat der österreichischen Wirtschaft, er sichert die Wirtschaftskraft des Standortes und hat sich mehr denn je die Unterstützung der Politik verdient“, so Blahut.
„Die Entlastung der Unternehmer durch die Steuerreform, die der Nationalrat morgen beschließen wird, hält die Menschen in Beschäftigung.“ Für Blahut stellt die lange Zeit eingeforderte Umsetzung des Jahressechstel-Freibetrages für Unternehmer eine wichtige Maßnahme zur Entlastung der Selbständigen in der aktuell schwierigen Konjunktursituation dar. Von der Arbeitnehmerseite könne man die für die kleinen und mittleren Betriebe typische Solidarität erwarten, denn „es ist allen bewusst, das es die Unternehmer sind, die die Arbeitsplätze schaffen und sichern.“ Arbeitgeber und Arbeitnehmer seien immer faire Partner gewesen, das gelte besonders in herausfordernden Zeiten.
„Die mittelständischen Unternehmen bieten der wirtschaftlich schwierigen Situation bislang am besten Paroli. Gerade die regionalen Leitbetriebe sind wichtig und geben lokalen Zulieferern nötige Stärke. Daher muss sichergestellt sein, dass die Unternehmer jetzt steuerlich entlastet werden, um neue Investitionen tätigen zu können“, so Blahut weiter. „Die Anhebung des Freibetrags von 10 auf 13 Prozent ist ein lange, fälliger Ausgleich von steuerlicher Ungleichbehandlung gegenüber unselbständig Beschäftigten und ein wichtiger erster Schritt zur Entlastung. Die steuerlich nachteilige Behandlung der Unternehmer hat für diese zum Spitzensteuersatz von 50 Prozent geführt, während Arbeitnehmer über die Steuerbegünstigung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld de facto einem Spitzensteuersatz von rund 43,7 Prozent unterliegen. Der nunmehrige Ausgleich war nicht nur überfällig, er ist als Maßnahme zur Investitionsförderung und Steuerentlastung jetzt ein wichtiges Signal.“
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| 06.03.2009 |
ÖGV: Schulabgänger: Opfer kleinkarierter Beamtengewerkschaften |
Schulabgänger: Opfer kleinkarierter Beamtengewerkschaften
Schulministerin geht richtigen Weg: Statt Schule verwalten, Schüler lehren!
Der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV) unterstützt Unterrichtsministerin Schmied ausdrücklich: Lehrer verwenden zu wenig Zeit für den Unterricht. 607 Stunden sind nicht nur der OECD zu wenig. Die Mitgliedsbetriebe des ÖGV stellen regelmäßig fest, dass immer seltener Abgänger aus Haupt- und Polytechnischen Schulen den Basisanforderungen an einen Lehrling entsprechen. Immer mehr Schüler brechen die Schulausbildung ab. Immer weniger Maturanten können das in den Zeugnissen ausgewiesene Wissen anwenden. Hier läuft etwas gewaltig schief – und alle wissen das. Offenbar aber nicht die Gewerkschaftsvertretung der Lehrer.
Die Probleme sind vielfältig: immenser administrativer Aufwand, immer neue pädagogische Herausforderungen in einem immer schulabweisenderen Umfeld: Die Lehrer sind mit Aufgaben überfrachtet, für die sie entweder nicht ausgebildet oder für die sie überqualifiziert sind. Auch das wissen alle, doch ein personalrechtliches, ein dienstrechtliches und ein föderales Dickicht lässt jeden Ansatz sofort an einer Teilgewerkschaft oder an einem Landeshauptmann scheitern.
Die Gewerkschaft ist dabei gut beraten, auf unausgegorene Reflexe zu verzichten. Wenn die vom ORF wiederholt hervorgeholte SORA-Studie einigermaßen stimmt, in welcher Lehrer selbst ihren tatsächlichen Arbeitsaufwand einschätzen, dann bilden sich Lehrer während der durchschnittlichen 37 Unterrichtswochen etwa 3 Wochen weiter, bereiten beinahe 4 Wochen lang Schulveranstaltungen vor und sind noch ganze 2 Wochen mit gewerkschaftlichen und Dienststellenangelegenheiten befasst. Das sind 9 Wochen noch ganz ohne Ferien. Da sollten zwei zusätzliche Unterrichtsstunden leicht zu finden sein. Platz für Nachhilfestunden findet sich ja auch ganz leicht.
Der Unterrichtsministerin muss von der Bundesregierung insgesamt der Rücken gestärkt werden, wenn sie in Schulen der Bildung gegenüber dem Verwalten den Vorzug gibt. Der ÖGV fordert insbesondere den Finanzminister auf, nicht aus Parteiraison den Kopf vorauseilend in den Sand zu stecken. Es braucht durchgängige, langfristige Bildungs- UND Finanzierungskonzepte um das System Schule nicht an die bildungspolitische Wand zu fahren. Schon in ein paar Jahren wird es einen eklatanten Lehrermangel geben. Kolportierter Weise wird dem zur Zeit damit begegnet, dass jeder und jede Studentin einer pädagogischen Hochschule „durchgeschoben“ werden muss. Das ist kein akzeptabler Lösungsansatz!
Das Potenzial unserer Jugend wird vorsätzlich aufs Spiel gesetzt, der Parteipolitik oder einem Standesdünkel geopfert. Die Realität zeigt, dass Schulabgänger nicht zuletzt aufgrund der schlechten Bedingungen immer schwieriger einen Arbeitsplatz finden und immer öfter gegenüber höher motivierten und fachlich besser ausgebildeten Zuwanderern auf der Strecke bleiben. Den Unternehmen ist es aber nicht zuzumuten, schlecht ausgebildete Arbeitskräfte aufzunehmen. Der Wettbewerb und nicht zuletzt die aktuelle Krise lassen dies nicht zu.
Diese fordert von allen mehr Anstrengungen, um heil aus ihr hervorzugehen, auch von den Lehrern. Es geht nicht um Mehrarbeit, sondern um eine Neuverteilung der Arbeit weg vom Schreibtisch hin vor die Klassen. Wenn wir diese Herausforderung nicht annehmen, wird uns niemand aus der nächsten (Bildungs-)Krise heraushelfen. Auch nicht die Gewerkschafter, die gerade jetzt über den eigenen Tellerrand hinausblicken sollten, anstatt den eigenen Nabel zu betrachten.
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| 19.02.2009 |
ÖGV: Verwaltungsreform als dauerhaftes Konjunkturpaket überfällig |
Verwaltungsreform als dauerhaftes Konjunkturpaket überfällig
Bund, Länder und Gemeinde müssen 8 Mrd. Potenzial rasch heben
Der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV) begrüßt die neue Arbeitsgruppe zur Verwaltungsreform und wünscht dieser viel Erfolg: gerade in Zeiten der konzertierten Konjunkturbelebungsprogramme wären die 8 Mrd. Euro, die laut Rechnungshof bis 2013 zu heben sind, der wohl wichtigste Beitrag zur Bewältigung der Krise.
EU-weit rangiert Österreich unter den am teuersten verwalteten Staaten. Ohne größere Anstrengungen werden wir nicht einmal das Mittelfeld einholen können. Der ÖGV fordert Kostenwahrheit und ein strenges Verursacherprinzip für alle Körperschaften des Bundes, der Länder und der Gemeinden. Der ÖGV fordert daher beispielhaft für Unternehmen eine dramatische Vereinfachungen in der Lohnverrechnung, eine grundlegende Reorganisation des Sozialversicherungswesens, eine Verringerung des Zeitlaufs bei Genehmigungsverfahren und ein Limitieren auf das Notwendigste beim aufwendigen Berichtswesen.
Seit am 1. April 1987 ein Bundesminister für Föderalismus und Verwaltungsreform eingesetzt wurde, scheiterten alle einschlägigen Initiativen am Widerstand von Bund, Ländern, Gemeinden oder Selbstverwaltungskörperschaften, zuletzt der Österreich-Konvent und die Expertengruppe von Gusenbauers Gnaden. Wann, wenn nicht in diesen dramatischen Zeiten, kann ein überfälliger Paradigmenwechsel vollzogen werden, der nicht wieder a priori von den wenigen Nutznießern eines aufgeblähten und undurchdringbaren Föderalismus abgeschmettert wird.
Der ÖGV fordert von der Bundesregierung und den Landeshauptleuten jene Verantwortung für die Gesellschaft ein, welche sie hoch belasteten Unternehmern gerne abverlangt.
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