ÖGV-Präsidentin Kriz-Zwittkovits: Pensionsreform sofort und umfassend
Jetzt handeln: Die Wahrheit ist zumutbar
Der österreichische Gewerbeverein verlangt angesichts der dramatischen Finanzlage eine ebenso rasche wie umfassende Pensionsreform. In deren Zentrum müsse ein Bonus-Malus-System stehen. Ferner sollten alle öffentlichen Pensionsversicherungen zusammengeführt, und die ÖBB-Frühpensionen wie auch die Hacklerpensionen beendet werden. Das forderte Margarete Kriz-Zwittkovits, die Präsidentin des ÖGV, am Dienstag.
Künftig solle zwar jeder Österreicher in Pension gehen können, wenn er versicherungsmathematisch Pensionsansprüche in der Höhe der Grundsicherung, also von 744 Euro pro Monat, erworben hat. Tue er dies jedoch vor dem 65. Geburtstag, dann müssen in diese Ansprüche versicherungsmathematisch korrekt kalkulierte Abschläge in Hinblick auf die längere Pensionsbezugszeit einberechnet werden. Nach diesem Stichtag solle man sich umgekehrt Zuschläge zur Pension erarbeiten können, wenn man weiter berufstätig bleibt.
Als Sofortmaßnahme ruft Kriz-Zwittkovits nach einer Beendigung der sogenannten Hacklerregelung. „Diese kommt keineswegs, wie anfangs behauptet, den Schwerarbeitern zugute; sie wird vielmehr von anderen Personen in so hohem Umfang in Anspruch genommen, dass die Staatsfinanzen dadurch schwer erschüttert werden.“
Gleichzeitig ermögliche die Hacklerpension immer neue Formen des Missbrauchs. Ein besonders drastisches Beispiel dafür stellt der in den letzten Monaten modisch gewordene Wechsel von Beamtinnen, die knapp vor dem Pensionsantritt stehen, ins ASVG-Pensionssystem dar; denn dort können sie auf Grund des Hacklersystems abschlagfrei in eine nicht durch Beiträge gedeckte Frühpension gehen.
Noch teurer komme für die Allgemeinheit ein weiterer Missbrauch im staatsnahen Bereich: nämlich das weiterhin sehr niedrige Pensionsantrittsalter aller ÖBB-Pensionisten. Die Gewerbevereins-Präsidentin verlangt daher, dass die ÖBB – und andere staatsnahe Unternehmen, die sich genauso verhalten, – der Allgemeinheit die dadurch verursachten Kosten refundieren.
Krönung jeder Reform müsse die Zusammenführung aller öffentlich-rechtlichen Pensionsversicherungssysteme in eine einheitliche staatliche Versicherung sein, in der die Höhe der Pension ausschließlich von der Höhe und Dauer der Einzahlungen abhängig ist. Für die sozialen Aufgaben der Pensionsversicherungen – wie etwa die Ausgleichszulagen oder die beitragsfreien Versicherungszeiten von Müttern oder Präsenzdienern – müsste hingegen in einer getrennten Rechnung der Steuerzahler aufkommen.
Kriz-Zwittkovits: „Wenn wir nicht jetzt diese großen und mutigen Schritte setzen, dann wird in wenigen Jahren das gesamte Pensionsversicherungssystem Hand in Hand mit den Staatsfinanzen gegen die Wand fahren.“
Die ÖGV-Präsidentin ist besonders empört darüber, dass die Regierung erst zu Jahresende konkrete Einsparungsvorschläge zur Diskussion stellen will. „Angesichts der Energie, mit der von Deutschland angefangen in den letzten Wochen fast alle EU-Staaten konkrete Einsparungsreformen präsentiert haben, halte ich dieses Zuwarten für grob fahrlässig. Denn bis dahin könne die internationale Glaubwürdigkeit der österreichischen Stabilitätspolitik Schaden nehmen.“
ÖGV: Bildungspolitik braucht Ziele ohne ideologische Scheuklappen
ÖGV fordert zuerst eine offene Diskussion da die Systemmängel unübersehbar sind.
„Die Überwindung ideologischer Barrieren im Sinne einer zielorietierten Bildungsdiskussion ist überfällig“, kommentiert Stephan Blahut, Generalsekretär des Österreichischen Gewerbevereins (ÖGV) den gestrigen Vorstoß der Wissenschaftsministerin. „Wenn wir uns reihenweise mit Lehrstellensuchenden herumschlagen, die weder lesen, noch rechnen können, erübrigt sich die Frage, ob die Schule reformiert gehört.“ Blahut verweist aber darauf, dass zuerst ein Konsens darüber gefunden werden muss, welche Bildungsziele in den Schulen überhaupt erreicht werden müssen, bevor man sich auf Schultypen festlegt.
Der ÖGV vertritt die mittelständischen Betriebe, die gute und lange Erfahrungen bei Optimierungen und erfolgreicher Personalentwicklung haben. „Nicht zuletzt deshalb bilden diese Betriebe das Rückgrat des Wirtschaftsstandortes Österreich“, hält Blahut fest: „Aufgrund der Beobachtungen rund um Mitarbeiteraufnahmen und hier besonders bei der Aufnahme von Lehrlingen bieten wir konkrete Empfehlungen an.“
Zwtl. Von Bildungsstandards zu Kompetenzstandards als verbindlicher Qualitätsmaßstab
Die kürzlich eingeführten Bildungsstandards gehören rasch auf den gesamten Fächerkanon ausgeweitet, wobei aus unternehmerischer Sicht dringend auch Schwerpunkte im Wissen über technologische und wirtschaftliche Zusammenhänge als Antriebskraft für Unternehmensgründungen und Innovationsprozesse gesetzt werden müssen. Weiters sind sie im Interesse des sozialen Zusammenhaltes mit der verpflichtenden Ausformung sozialer Fähigkeiten zu Kompetenzstandards zu erweitern.
Zur Sicherung der Bildungsqualität, der Kompetenzen und der Zukunftschancen der einzelnen SchülerInnen sind objektive, einheitliche und verbindliche Überprüfungen an den Schnittstellen von Kindergarten, Volksschule, Unterstufe, Oberstufe und Universität unabdingbar. Ein verbindlicher Abschluss der heutigen Unterstufe/Hauptschule als Mittlere Reife wäre erst dann ein umsetzbarer Meilenstein auf den Weg die Zukunftschancen der Jugend zu verbessern.
Zwtl. Eltern als Bildungsinstitution
Für den ÖGV sind die Eltern zentraler Bestandteil eines erfolgreichen Bildungsprozesses. Die Vernachlässigung dieser Bildungsleistungen wirken sich unmittelbar auf den schulischen Erfolg aus und schmälern die Zukunftschancen des einzelnen Kindes erheblich. Bislang bleibt aber mangelnde Elternleistung im Bildungsprozess ohne weitere Folgen.
Es obliegt im Wesentlichen der Verantwortung der Eltern, ihren Kindern die Notwendigkeit und den Nutzen von Bildung und sozialen Kompetenzen bewusst zu machen. Eine Koppelung der Erfüllung der elterlichen Bildungsleistungen an Transferzahlungen ist daher wichtig und richtig.
Zwtl. Migration als demografische Notwendigkeit
Die demografische Entwicklung lässt erkennen, dass mit weniger als 80.000 Geburten im Jahr der „Generationenvertrag“ schon heute nicht mehr eingehalten wird. Zuwanderung ist daher simpel notwendig. Dabei ist es für alle Bevölkerungsgruppen nützlich über Sitten, Kulturen und Religion der anderen informiert zu sein. Nur gegenseitiges Verstehen fördert das gedeihliche Miteinander, gerade auch in Schulen, wo diese Gruppen aufeinandertreffen.
Die Förderung der Muttersprache und ein verpflichtender, gemeinsamer Ethikunterricht neben dem Religionsunterricht ist dabei eine zentrale Forderung des ÖGV.
Zwtl. Netzwerke nutzen
Der Ausbildungsprozess kann nicht nur auf die Schule beschränkt und eindimensional (Richtung SchülerInnen) gesehen werden. Die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft ist intensiv zu fördern. Nicht nur SchülerInnen sollen an Schnuppertagen in den Betrieben teilnehmen, auch LehrerInnen des Pflichtschulbereiches sollten verpflichtend Praxiswochen in Unternehmen absolvieren, um den Unterricht lebensnah und praxisgerecht gestalten zu können.
Das Potenzial des Systems Schule kann dauerhaft nur ausgeschöpft werden, wenn jeder Schulstandort im Sinne eines selbstgewählten Schulprofils frei in seiner Methodenwahl zur Erreichung der Bildungsstandards ist. Daraus resultiert, dass die Ausstattung an Lehr- und Hilfsmitteln, die Auswahl der Mitarbeiter und der Schüler sowie die Verfügungsgewalt über ein Globalbudget nur in der Verantwortung und Entscheidung der Schulleitung liegen kann – eine entsprechende Ausbildung der Direktion vorausgesetzt. Eine rasche Anpassung an sich stets ändernden Bedingungen ist anders nicht zu realisieren.
Die vorliegenden Empfehlungen sind Ergebnis langjähriger Erfahrung und Beobachtungen unserer Mitgliedsunternehmen. Eine ausführliche Zusammenfassung und alle Forderungen des ÖGV kann kostenfrei angefordert werden.
Der Österreichische Gewerbeverein fordert ihre umgehende Realisierung im Sinne des Erhalts der Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Österreich und zur Sicherung der Zukunftschancen unserer Jugend.
ÖGV: Bildungspolitik braucht Ziele ohne ideologische Scheuklappen
ÖGV fordert zuerst eine offene Diskussion da die Systemmängel unübersehbar sind.
„Die Überwindung ideologischer Barrieren im Sinne einer zielorietierten Bildungsdiskussion ist überfällig“, kommentiert Stephan Blahut, Generalsekretär des Österreichischen Gewerbevereins (ÖGV) den gestrigen Vorstoß der Wissenschaftsministerin. „Wenn wir uns reihenweise mit Lehrstellensuchenden herumschlagen, die weder lesen, noch rechnen können, erübrigt sich die Frage, ob die Schule reformiert gehört.“ Blahut verweist aber darauf, dass zuerst ein Konsens darüber gefunden werden muss, welche Bildungsziele in den Schulen überhaupt erreicht werden müssen, bevor man sich auf Schultypen festlegt.
Der ÖGV vertritt die mittelständischen Betriebe, die gute und lange Erfahrungen bei Optimierungen und erfolgreicher Personalentwicklung haben. „Nicht zuletzt deshalb bilden diese Betriebe das Rückgrat des Wirtschaftsstandortes Österreich“, hält Blahut fest: „Aufgrund der Beobachtungen rund um Mitarbeiteraufnahmen und hier besonders bei der Aufnahme von Lehrlingen bieten wir konkrete Empfehlungen an.“
Zwtl. Von Bildungsstandards zu Kompetenzstandards als verbindlicher Qualitätsmaßstab
Die kürzlich eingeführten Bildungsstandards gehören rasch auf den gesamten Fächerkanon ausgeweitet, wobei aus unternehmerischer Sicht dringend auch Schwerpunkte im Wissen über technologische und wirtschaftliche Zusammenhänge als Antriebskraft für Unternehmensgründungen und Innovationsprozesse gesetzt werden müssen. Weiters sind sie im Interesse des sozialen Zusammenhaltes mit der verpflichtenden Ausformung sozialer Fähigkeiten zu Kompetenzstandards zu erweitern.
Zur Sicherung der Bildungsqualität, der Kompetenzen und der Zukunftschancen der einzelnen SchülerInnen sind objektive, einheitliche und verbindliche Überprüfungen an den Schnittstellen von Kindergarten, Volksschule, Unterstufe, Oberstufe und Universität unabdingbar. Ein verbindlicher Abschluss der heutigen Unterstufe/Hauptschule als Mittlere Reife wäre erst dann ein umsetzbarer Meilenstein auf den Weg die Zukunftschancen der Jugend zu verbessern.
Zwtl. Eltern als Bildungsinstitution
Für den ÖGV sind die Eltern zentraler Bestandteil eines erfolgreichen Bildungsprozesses. Die Vernachlässigung dieser Bildungsleistungen wirken sich unmittelbar auf den schulischen Erfolg aus und schmälern die Zukunftschancen des einzelnen Kindes erheblich. Bislang bleibt aber mangelnde Elternleistung im Bildungsprozess ohne weitere Folgen.
Es obliegt im Wesentlichen der Verantwortung der Eltern, ihren Kindern die Notwendigkeit und den Nutzen von Bildung und sozialen Kompetenzen bewusst zu machen. Eine Koppelung der Erfüllung der elterlichen Bildungsleistungen an Transferzahlungen ist daher wichtig und richtig.
Zwtl. Migration als demografische Notwendigkeit
Die demografische Entwicklung lässt erkennen, dass mit weniger als 80.000 Geburten im Jahr der „Generationenvertrag“ schon heute nicht mehr eingehalten wird. Zuwanderung ist daher simpel notwendig. Dabei ist es für alle Bevölkerungsgruppen nützlich über Sitten, Kulturen und Religion der anderen informiert zu sein. Nur gegenseitiges Verstehen fördert das gedeihliche Miteinander, gerade auch in Schulen, wo diese Gruppen aufeinandertreffen.
Die Förderung der Muttersprache und ein verpflichtender, gemeinsamer Ethikunterricht neben dem Religionsunterricht ist dabei eine zentrale Forderung des ÖGV.
Zwtl. Netzwerke nutzen
Der Ausbildungsprozess kann nicht nur auf die Schule beschränkt und eindimensional (Richtung SchülerInnen) gesehen werden. Die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft ist intensiv zu fördern. Nicht nur SchülerInnen sollen an Schnuppertagen in den Betrieben teilnehmen, auch LehrerInnen des Pflichtschulbereiches sollten verpflichtend Praxiswochen in Unternehmen absolvieren, um den Unterricht lebensnah und praxisgerecht gestalten zu können.
Das Potenzial des Systems Schule kann dauerhaft nur ausgeschöpft werden, wenn jeder Schulstandort im Sinne eines selbstgewählten Schulprofils frei in seiner Methodenwahl zur Erreichung der Bildungsstandards ist. Daraus resultiert, dass die Ausstattung an Lehr- und Hilfsmitteln, die Auswahl der Mitarbeiter und der Schüler sowie die Verfügungsgewalt über ein Globalbudget nur in der Verantwortung und Entscheidung der Schulleitung liegen kann – eine entsprechende Ausbildung der Direktion vorausgesetzt. Eine rasche Anpassung an sich stets ändernden Bedingungen ist anders nicht zu realisieren.
Die vorliegenden Empfehlungen sind Ergebnis langjähriger Erfahrung und Beobachtungen unserer Mitgliedsunternehmen. Eine ausführliche Zusammenfassung und alle Forderungen des ÖGV kann kostenfrei angefordert werden.
Der Österreichische Gewerbeverein fordert ihre umgehende Realisierung im Sinne des Erhalts der Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Österreich und zur Sicherung der Zukunftschancen unserer Jugend.